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[N]TICKET - Der Tag an dem der Tod starb

VN:F [1.9.22_1171]
NTicket-Der-Tag-An-Dem-Der-Tod-Starb.jpg
Artist [N]TICKET
Title Der Tag an dem der Tod starb
Homepage [N]TICKET
Label RUUF RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.1/10 (17 Bewertungen)

Das Schreiben deutscher Liedtexte ist ein schwieriges Unterfangen, gar ein besonderes Handwerk, an dessen Ausübung häufig und vor allem die (Semi-) Philosophen der germanischen Musiklandschaft zu scheitern scheinen. Größenwahn unterm SILBERMOND überkommt da nicht nur den schwierig zu entschlüsselnden Adel Tawil, der sich hinter seinem Doppel-Ego zu verstecken versucht, so dass auch TOMTEs Thees Uhlmann weiterhin seinen Hammer zum Schmieden endloser Poesie-Ketten schwingt. Können fünf normalsterbliche Rheinland-Pfälzer da Abhilfe schaffen?

Das Dreieicher Quintett [N]Ticket fischt lyrisch immerhin nicht in den extravagantesten Gewässern. Wo andere Interpreten an bösartig monströsen Satzbauten kläglich scheitern, da textet sich Sänger Rudi mit erstaunlicher Gelassenheit und alltäglichem Vokabular durch zehn persönliche Beiträge zur hier alles entscheidenden Frage nach dem Todestag des Todes höchstselbst. Mit dieser schier unmöglichen Annahme im Hinterkopf dröhnen Zeilen zu Freud und Leid der menschlichen Existenz, der Frage nach dem Sinn und der Suche nach Gott im Oberstübchen. Grau und düster wie das eröffnende „Raus hier“ muss die Stimmung auf Albumlänge jedoch nicht bleiben, der sozialkritische Pranger steht abermals zur Verfügung und gar ironisch lässt sich die „Ode an den Mosh“ verstehen. Neben Text wird auch der Ton durch druckvolles, zwischenzeitlich im Punk wühlendes Spiel auf den Punkt gebracht, ohne der Eintönigkeit dabei zu verfallen. Kein Stirnrunzeln, keine peinlichen Momente, selbst die poetisch und sanft, emotional tief dahinschwelgenden Stücke wie „Lass mich nicht im Stich“ und „Du!“ sind ganz ohne Bauchschmerzen konsumierbar.

Anfangs noch eher skeptisch dem eigenartigen Namen gegenüberstehend, haben mich [N]TICKET mit ihrer zweiten Scheibe letztendlich doch auf Anhieb überraschen können. Eine ehrliche, kritische und persönliche Rock-Platte ist ihnen hier gelungen, die trotz deutscher Texte auf unnötige Pop-Megalomanie verzichten kann. Als von gängigen Vertretern mittlerweile arg genervter Hörer für mich ein mehr als angenehmer Beitrag.

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