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OMEGA - Rhapsody

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Omega-Rhapsody.jpg
Artist OMEGA
Title Rhapsody
Homepage OMEGA
Label EDEL
Veröffentlichung 29.10.2010
Leserbewertung
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7.9/10 (74 Bewertungen)

Da ist mir dieser Tage doch ein ganz besonderes Schätzchen auf den Schreibtisch geflattert. Das aktuelle Album einer Rockformation, die ich zum ersten Mal vor etwa 40 Jahren wahrgenommen habe und von der ich gar nicht wusste, dass sie noch existiert: OMEGA, die ungarischen Stars der Rockmusik. Ihr aktuelles Album heißt „Rhapsody“ und ist der Auftakt einer Trilogie, die anlässlich des 50. Geburtstages der Band (OMEGA wurden etwa 14 Tage nach den ROLLING STONES gegründet) in diesem und im nächsten Jahr herauskommen soll. Aber nicht nur VÖ-technisch wird gefeiert, sondern auch mit einer groß angelegten Konzerttour von Juni 2011 bis August 2012.

Nachdem OMEGA in den letzten Jahren bis auf ein neues Studioalbum („Transcendent“) nur „Best Of…“-Scheiben außerhalb Ungarns auf den Markt brachten, ist „Rhapsody“ das nächste „richtige“ Werk. Allerdings greift Osteuropas Rockband Nummer 1 auf ihr bekanntes Repertoire zurück, nur wurden sie diesmal im Studio von einem klassischen Orchester begleitet. Die Formation, die 1977 sogar „Animals“ von PINK FLOYD in den LP-Charts auf die Plätze verwies und mit „Time Robber“ in Westeuropa zum Millionenseller wurde, hat mit dem vorliegenden Album eine konsequente Fortsetzung auf höchstem musikalischen Niveau produziert. Dass OMEGA selbst in den westlichen Charts eine Rolle spielten, kam nicht von ungefähr. Natürlich waren sie auch damals schon sehr professionelle Musiker, aber entscheidend war auch, dass sie 1968 als erste Band Osteuropas in London bei DECCA (dem Plattenlabel der ROLLING STONES) ihr Album aufnahmen und anschließend im britischen Fernsehen auftraten. Nachdem sie dann 1970 den Hit „Pearls in her hair“ produziert und diverse Preise auf Rockfestivals rund um den Globus kassiert hatten, waren sie von den Weltbühnen nicht mehr wegzudenken und teilten sich diese mit Bands wie THE WHO, AC/DC, QUEEN und den ROLLING STONES. Von ihren Songs entstanden zahlreiche Coverversionen und der o. g. Hit wird z.B. bei „unseren“ SCORPIONS als „White Dove“ gespielt. Viele ihrer Alben erschienen in Ungarischer, Deutscher und Englischer Sprache. 2010 trägt Gründungsmitglied Janos „Mecky“ Kobor die Stücke zweisprachig vor: auf Ungarisch bzw. Englisch. Bitte nicht verschrecken lassen: die ungarische Sprache klingt in den Ohren verdammt gut, auch wenn man den Text nicht verstehen kann. Aber das ging einem vor vierzig Jahren mit der englischen Sprache nicht anders. Die Musiker selbst sind heute überwiegend nicht mehr Teil der Urformation. Dafür gehören sie allesamt zur Creme-de-la-creme der ungarischen Musikszene. Neben dem Frontmann unter anderem: László Benko, Ferenc Debreczeni und Gábor Presser.

Die auf „Rhapsody“ enthaltenen Songs stammen vornehmlich aus den VÖs „Time Robber“, „Metamorphosis“ und dem futuristischen Space-Rock-Album „Omega 8“, dem insgesamt 8. (sic) Album der Band. Das Teil war damals erneut in einem Londoner Studio, dem „360 Mastering“, gemischt worden. Dass OMEGA gegen Größen wie PINK FLOYD antraten, hatte mit ihrem musikalischen Stil zu tun, der ähnlich dieser Gruppe war. Sie brachten und bringen Rockmusik gepaart mit viel Elektronik und sehr viel klassische Sequenzen. Ihre Balladen sind sehr gediegen, schwermütig und intensiv. Man taucht geradezu in eine andere Welt ein. Dazu gehören solche Tracks wie „Silent Garden“, „Break The Chain“ oder „Napot hoztam, csillagot“ (englisch: „House of Cards“). Als Gegenpart zu den Balladen sind OMEGA für ihren harten Rock bekannt (z.B. „Tower of Babel“, „Éjféli koncert“, „Child In Your Arms“). Beide „Soundrichtungen“ erhalten in der Kollaboration mit einem großen Orchester auf „Rhapsody“ ihren Feinschliff, einen „anderen“ Klang, der die teilweise unterschiedlichen Entstehungsphasen in den 1970er und 1980er Jahren verschmelzen lässt. Die ersten beiden Tracks geben ein kleines Beispiel von dem, was noch kommen kann, wobei alle Songs nahtlos ineinander übergehen. Wie auch die Overture in die Hymne „Silent Garden“, die sämtliche Register eine Rockballade zieht: sanfter Start, schnelle Takte zwischendurch, spritzige Gitarrensoli, mehrstimmiger Background, explodierendes Ende. „Arc“ macht dann knallhart weiter, um sodann etwas sanfter abzufallen. Mit großen Paukenschlägen und rasantem Orchester rockt „Tower of Babel“ an den Beinen. Xylophon leitet den schweren Rock von „Éjféli koncert“ ein. Krachend geht es bei „Meghívás“ weiter, ein Titel, der im Vergleich zum Original kaum noch zu erkennen ist, weil er enorm an Härte gewonnen hat. Verträumte Erholungspause anschließend mit „Brain The Chain“, in welchem die grenzenlose Freiheit besungen wird. Die Drums geben einen romantisch dezenten Takt vor. Genug des Träumens: „Tomorror“ lässt es wieder böllern. Mit „Napot hoztam, csillagot“ wird erneut eine Hymne gebracht, die den faszinierenden Spagat zwischen Ballade und donnerndem Rock hinbekommt und wegen des Orchesters einfach bombastisch klingt. Mit „Child In Your Arms“ werden dann wieder eine Reihe Tracks gespielt, die kaum Pause zum Verschnaufen lassen. Erst mit „Hajnali óceán“, seinem Meeresrauschen und dem Piano zieht etwas Ruhe ein und dieses Lied in einem Konzert wird sicherlich mit gezündeten Feuerzeugen begleitet. Streicher und die Pauken übernehmen dann bei „Mosgó világ“ die Führung. Im gleichen kraftvollen Stil und mit ge-echotem Gesang macht „Metamorfózis“ weiter. Die Orgel bringt danach alles wieder „Return to the Garden“, erinnert an so manchen PINK-FLOYD-Song. Im „Final“ wird noch mal alles aufgeboten, um die Gitarren neben dem Gesang voll in das Orchester zu integrieren.

18 Tracks voller Kraft, Musik zum Rocken, Träumen, Tanzen, Zuhören, Genießen. Wer den ganz großen Rock mag, der wird diese Scheibe nicht missen wollen. Wer noch alte LPs von OMEGA im Schrank hat, der sollte sich die neuen Arrangements ihrer alten Hits auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Und wer Mecky live zusammen mit den SCORPIONS sehen möchte, der sollte mal bei YouTube googeln.

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Omega 'Rhapsody' Tracklist
1. Rhapsody (Rapszódia)
2. Overture (Nyitány)
3. Silent garden (Égi harangok)
4. Arc (Can't stop thinking of you) Button MP3 bestellen
5. Tower of Babel (Babylon) Button MP3 bestellen
6. Éjféli koncert (Late night show)
7. Meghívás (Invitation)
8. Break the chain (Minden könnycseppérit kár)
9. Tomorrow (Lvél poste restante)
10. Napot hoztam, csillagot (House of cards)
11. Child in your arms (Hallgatag szív)
12. Égi jel (Heaven's sign)
13. Kötéltánc (The beggar's dance)
14. Hajnali óceán (Morning lights)
15. Mozgó világ (Morning world)
16. Metamorfózis (Metamorphosis)
17. Return to the garden (A kereszt-út vége)
18. Final (Finálé)
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