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PAATOS - Breathing

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Paatos-Breathing.jpg
Artist PAATOS
Title Breathing
Homepage PAATOS
Label GLASSVILLE RECORDS
Veröffentlichung 05.09.2014
Leserbewertung
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9.6/10 (5 Bewertungen)

Das von PORCUPINE TREE-Mastermind Steven Wilson hervorragend abgemischte neue Album „Breathing“ der schwedischen PAATOS ist, soviel sei vorweg genommen, das bisher ausgereifteste Machwerk des Stockholmer Vierers. Der Stempel „Melancholic Post Rock“, der PAATOS häufig aufgedrückt wird, gibt dann auch nur sehr unzureichend wieder, was einem schon beim ersten Hördurchlauf entgegen schallt.

Da ist zunächst einmal die engelsgleiche Stimme von Sängerin Petronella Nettermalm, die den Hörer unweigerlich in ihren Bann zieht und das Album auf beeindruckende Weise prägt. Die wohlig warmen und dabei eine tief empfundene Traurigkeit versprühenden Melodien, aber auch die zurückhaltende, jedoch sehr effektive Instrumentierung der Songs schaffen es, eine Stimmung zu erzeugen, wie man sie noch am ehesten von den leider nicht mehr existierenden AEREOGRAMME gewohnt war. Dabei bedienen sich PAATOS eines der klassischen Elemente des Post Rock, nämlich der viel beschworenen Laut-Leise-Dynamik. Deren geschickte Anwendung vorausgesetzt (und an dieser lässt die Band zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel), bietet dieses Stilmittel den Vorteil, dass die Musik keinerlei exzessive Heaviness benötigt, um trotzdem in den richtigen Momenten unglaublich elegisch und energiegeladen zu wirken. Die dadurch entstehenden Freiräume in ihrer Musik nutzen PAATOS, um ihren anscheinend unstillbaren Spieltrieb auszuleben. Dabei manövrieren sie sich geschickt in die Nähe so einiger bekannter früher Progressive-Helden, deren musikalischer Ansatz wie eine durchaus bewusst gesteckte Marschroute auf dem Weg zum Außergewöhnlichen wirkt. Spätestens bei Song Nummer drei („Shells“) ist man dann vollends überzeugt, dass die eigentlichen Vorlieben der Schweden eindeutig im frühen britischen Art Rock zu suchen sind. „A young (swedish) person’s guide to KING CRIMSON“ sozusagen. Dem Post Rock entleihen sie lediglich die bereits oben erwähnte Ästhetik. Dass das Ganze durch den einen oder anderen Trip Hop-lastigen Beat oder auch die gelegentlich an eine wesentlich zugänglichere Variante von BJÖRK erinnernde Intonation des Gesangs manchmal gar ein poppiges Flair versprüht, tut der durchgängig tief melancholischen Atmosphäre keinerlei Abbruch.

Fazit: ein extrem vielschichtiges Werk mit einer stilistischen Bandbreite, die man in dieser Form höchst selten findet (Anspieltipps: die erste Single „Gone“, das fulminante „No More Rollercoaster“, das ambiente „Smartan“ oder das jazzige „Over And Out“), trotzdem absolut homogen und, um es mal ganz profan beim Namen zu nennen, einfach wunderschön. Bei so viel Wohlklang wird auch die härteste Rockerseele langsam aber unaufhaltsam butterweich. Wer nach dem Genuss von „Breathing“ noch das Gegenteil behauptet, sollte dringend einen kompetenten Psychologen oder im Zweifelsfall einen Ohrenarzt aufsuchen.

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Paatos 'Breathing' Tracklist
1. Gone Button MP3 bestellen
2. Fading Out Button MP3 bestellen
3. Shells Button MP3 bestellen
4. In That Room Button MP3 bestellen
5. Andrum Button MP3 bestellen
6. No More Rollercoaster Button MP3 bestellen
7. Breathing Button MP3 bestellen
8. Smärtan
9. Surrounded Button MP3 bestellen
10. Ploing, My Friend Button MP3 bestellen
11. Precious Button MP3 bestellen
12. Over & Out Button MP3 bestellen
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