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PANTHEIST - Amartia

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Artist PANTHEIST
Title Amartia
Homepage PANTHEIST
Label FIREBOX
Veröffentlichung 31.05.2009
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Liebhaber von Doom sehen sich regelmäßig der Lächerlichkeit preisgegeben. In der allgemeinen Vorstellung liegen sie bei Kerzenschein, Räucherstäbchen und Rotwein im weichen Schlafsarg und winden sich zu den Klängen finnischer Teenies, die ihre Pubertätsprobleme irgendwie nicht in den Griff bekommen. Wenn es denn überhaupt eine Gruppe von Metalfans gibt, die möglicherweise noch schlechter angesehen ist, dürften es die Redakteure von Doom-Metal WebZines sein, die ihre Liebe zu dieser Musik in pathetische Worte kleiden und jeden gute zehn Minuten gehaltenen Akkord mit heißen Liebestränen bedenken. Kostas, der wichtigste Kopf hinter PANTHEIST, weiß um den Spott – er ist beides.

Als Mitbegründer der Internetressource Doom-Metal.com hat er einen entschiedenen und entscheidenden Schritt zur Anerkennung des Genres geleistet und die Sparte aus der Obskurität befreit – dass dieses vorbildliche Online-Portal gerade jetzt, wo seine eigene Band sich mit dem zweiten Album aufmacht, auf etwas breiterer Front durchzubrechen, vorübergehend außer Betrieb genommen wird, ist ein seltsam zynischer Schicksalsschlag. Andererseits leistet „Amartia“ bereits aus eigener Kraft so einiges, die gängigen Vorurteile über das Genre zu widerlegen. Schon das einleitende „Apolegia“ setzt den Ton: Dräuende, finstere Keyboardflächen und sakrale Chorgesänge setzen ein, ehe völlig verstimmte Gitarren und ein ebenso konstant neben den Tönen singender Kostas anheben, letzterer mit der Inbrunst und religiösen Leidenschaft eines griechischen Mönchs. Unter dem bizarren Klangteppich verbirgt sich jedoch ein gefühlvoller, stimmig arrangierter Song, der sich in der Folge in einem meditativen Mittelteil verliert und schließlich in ein wüst prügelndes Double-Bass Finale mündet – eine intelligente, komatöse Komposition, wie man sie schon lange nicht mehr im Doom Metal gehört hat. „Glutony“, verfolgt einen ähnlichen Weg, beginnt liebevoll, verfällt in mystische Beschwörungen und endet mit einer pechschwarzen Coda. In jedem Takt, in jeder Note will dieses Album mehr: Mehr Abwechslung, mehr Melodie, mehr Emotionen, mehr Druck. Aus den schier endlosen Breitwandepen des Vorgängers „O Solitude“ ist eine Sammlung höchst unterschiedlicher Tracks geworden, die nur dann die zehn Minuten Grenze durchbrechen, wenn es wirklich nötig ist. Und die bereit sind, alles zu versuchen, was die Neugier gebietet: „First Prayer“ ist eine traurige Hymne mit Ohrwurmcharakter, „Wrath“ sogar räudiger Black Metal.

Zudem behandelt „Amartia“ das Thema der sieben Todessünden und des Gottesmordes – ein Konzeptalbum, auch das noch. Da hat es sich Kostas nicht gerade leicht gemacht, aber ihm ist die Relativität von Erfolg im Doom Sektor bekannt, die Meinung Unwissender wohl gleichgültig. Das geht uns nicht genauso: Dieses faszinierende, andersartige und mutige Werk hat es verdient, von allen gehört zu werden, egal ob im Sarg oder Sessel.

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