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PAUL YOUNG - Rock Swings – On the wild side of Swing

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Artist PAUL YOUNG
Title Rock Swings – On the wild side of Swing
Homepage PAUL YOUNG
Label MAXIMEDIA/ SONYBMG
Leserbewertung
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7.3/10 (6 Bewertungen)

Lange Zeit zur Fahrstuhlbeschallung degradiert hat (Michael Bublé und vor allen Dingen Robbie Williams sei Dank) in jüngster Zeit eine neue Generation den Swing für sich entdeckt.
Nun präsentiert ein weiterer Künstler ein Swingalbum: PAUL YOUNG, der zwar schon einige Lenze mehr zählt als oben erwähnte Kollegen, aber mit altersweiser Gelassenheit einem juvenilen Draufgänger wie Robbie beim gesetzteren Publikum durchaus die Show stehlen könnte. Auf „Rock Swings“ greift er dazu nicht zu den zeitlosen Klassikern von Sinatra, Nat King Cole oder ähnlichen Heroen dieses Genres, sondern stülpt 13 Songs aus mehreren Jahrzehnten jüngerer Musikgeschichte die Swing-Kappe über. Schon in den 80er Jahren, als er mit eigenen Hits wie „Come back and stay“ brillierte, hatte er auch Erfolge mit Coverstücken, wie zum Beispiel seiner Version von JOY DIVISIONs „Love will tear us apart“.

Und über das Ergebnis kann man erstaunt sein. Dass „Tainted love“ von SOFT CELL oder Elton Johns „Bennie and the jets“ auch im Swing-Format funktionieren, kann man sich noch vorstellen, aber METALLICAS Horror-Wiegenlied “Enter Sandman”? Aber auch diese spektakuläre Interpretation vermag mit schönem Querflöten-Solo zu gefallen (ob auch dem eingefleischten Mattenschüttler sei mal dahingestellt). Bei TRAVIS „Why does it always rain on me“ gehen Text und Offbeat-geprägte Instrumentalisierung ein recht gegensätzlich angelegtes Konglomerat ein, während sich „Isn’t it a pity“ von George Harrison oder Lou Reeds „Walk on the wild side“ geradezu für eine Swing-Variante anbieten. Eher experimentell in der Adaption fällt dann wieder „Lose yourself“ von EMINEM aus, allerdings nur für den, der überhaupt das Original kennt. Bei „In the ghetto“ von Elvis natürlich keine Frage, aber auch die restlichen Songs wie Bowies „The Jean Genie“ oder „Hungry heart“ von Springsteen lassen sich genießen, egal ob man die Originale im Schrank stehen hat oder nicht. Ein eigenes Stück von PAUL YOUNG, der sich eigentlich eher als Sänger, denn als Songwriter sieht, hier aber offensichtlich Blut geleckt hat, passt sich gut ins Set ein. Und da wir natürlich schon mitten im Weihnachtsgeschäft sind, darf nach vorherrschend schwungvollen, durchaus tanzbaren Stücken als Bonus Track der Ober-Schmachter „White Christmas“ nicht fehlen (den man sich dann ganz genau 1x im Jahr geben kann ;-) ).

Paul Youngs kehlig-weicher Tenor, dem auch gerne der Zusatz „Weiße Soulstimme“ verpasst wurde, passt einfach perfekt zu diesem Sujet. Ihm zur Seite steht ein stets opulenter Bigband – Sound, sehr interessant von Steve Sidwell (der auch schon für Robbies Erfolgsalbum „Swing when you’re winning“ in Sachen Arrangement verantwortlich zeichnet) arrangiert. So setzt sich Paul in manchen Passagen durchaus leise beschwingt als Crooner, dann wieder druckvoll, pointiert in Szene, stets mit viel Charme und Stil und macht so aus seinen Vorlagen
zeitlosen Swing-Perlen. Ein gelungenes Oeuvre – für Neueinsteiger wie Kenner des Genres gleichermaßen zu empfehlen und vielleicht der ultimative generationenübergreifende Geschenktipp der Saison!

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