Terrorverlag > Blog > PIL & BUE > Forget The Past, Let’s Worry About The Future

Band Filter

PIL & BUE - Forget The Past, Let’s Worry About The Future

VN:F [1.9.22_1171]
Pil-Bue-Forget-The-Past
Artist PIL & BUE
Title Forget The Past, Let’s Worry About The Future
Homepage PIL & BUE
Label INDIE RECORDINGS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (3 Bewertungen)

Bei den Nord-Norwegern PIL & BUE (in der Landessprache „Pfeil & Bogen“) handelt es sich um ein 2013 gegründetes Duo, bestehend aus Aleksander Kostopoulos am Schlagzeug und Petter Carlsen (hierzulande bekannt aus seinen Kollaborationen mit ANATHEMA und LONG DISTANCE CALLING, bei denen er mittlerweile als fester Sänger fungiert) an Baritongitarre und Gesangsmikrofon. „Forget The Past, Let’s Worry About The Future“ ist das bereits im letzten Jahr erschienene Zweitwerk der Band (nicht, wie im Promotext angegeben, das Debüt – 2014 erschien bereits der Erstling „Push Start Button“), welches nun kürzlich, anlässlich der Unterzeichnung bei Indie Recordings, vom neuen Label re-released wurde.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Zwei-Mann-Formationen zwangsläufig nur dünn und unvollständig klingen können. Dabei haben mittlerweile mehr als genügend Bands bewiesen, dass diese Gefahr durch wahlweise gut gewählte Instrumentierung, geschickten Einsatz von Effekten, intelligentes Songwriting oder auch einfach nur durch sehr gutes Spielen ohne Weiteres umgangen werden kann. PIL & BUE nutzen sämtliche dieser Möglichkeiten. Die Baritongitarre sorgt nachdrücklich für die nötigen Rundungen untenrum, erst recht durch das kerngesunde Maß an Fuzz-Verzerrung, die den Songs der zwei Herren gleichzeitig auch eine gewisse Heavyness verleiht. Das extrem percussive und hochenergetische Drumming sorgt für einen ordentlichen Groove und geizt nicht mit verspielten Akzenten, die immer wieder für zusätzliche Spannungsmomente in den ohnehin vielseitigen und mit viel Dynamik spielenden Kompositionen. Zwar kommt das eröffnende „No Is The Answer“ noch nett und leidlich interessant, jedoch etwas unspektakulär daher, aber schon das folgende „Shakkakakka“ ist unerhört eingängig und spätestens das feurige (sic!) und absolut mitreißende „Fire“ nimmt den Hörer mit auf einen intensiven (Selbst-)Erfahrungstrip zwischen Postrock-Approach, 90er-Grunge-Attitüde und NeoProg-Harmonien. Das abschließende „Afterlife“ hätte zum Beispiel so oder ähnlich auch von den seligen OCEANSIZE stammen können, nur völlig anders und vielleicht etwas weniger nordisch unterkühlt. Soweit also alles im mehr als grünen Bereich, wenn man mal von einigen, wirklich seltenen Momenten absieht, die dann doch etwas zu süßlich geraten sind. Wenn da nur der Gesang nicht wäre. Hohe Männerstimmen kann man mögen oder eben nicht, Petter Carlsen klingt jedoch über weite Strecken leider wie eine reichlich überdrehte, spät pubertierende Skater-Göre. Das nervt nur dann nicht, wenn die Musik die Hysterie aufgreift und einer dieser Momente entsteht, in denen man mit schreien möchte, oder aber, wenn Carlsen sich sehr zurück nimmt und in für seine Verhältnisse tieferen Lagen singt und dabei sein durchaus vorhandenes Gespür für schöne Melodien beweist.

Insgesamt ist „Forget The Past…“ ein durchaus spannendes, kurzweiliges (und mit 33 Minuten auch tatsächlich relativ kurzes) und vielversprechendes Album, dass bei mehrmaligem Hören immer weiter wächst, wenn man denn ausreichend starke Nerven für den schwierigen Gesang mit bringt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu PIL & BUE