Terrorverlag > Blog > PLAN E > Best Kept Secret

Band Filter

PLAN E - Best Kept Secret

VN:F [1.9.22_1171]
Plan_E.jpg
Artist PLAN E
Title Best Kept Secret
Homepage PLAN E
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Viele halten die Finnen ja ohnehin schon für Aliens: Dauerbesoffen, ständig depressiv und völlig durchgeknallt – so viele Mücken, so viel Wodka und derart niedrige Temperaturen hält doch kein Mensch aus! Da mutet es keineswegs konfus, sondern vielmehr nur konsequent an, wenn sich nun einer der Sippe direkt als Außerirdischer outet und sein Leben hier auf der Erde als ein ihm fremdes, unbegreifliches beschreibt.

Denn darum geht es bei „Best Kept Secret“, mal abgesehen von Maya-Kult und ägyptologischen Spekulationen: Ums Anderssein und Nichtverstandenwerden, um die Unfähigkeit zu kommunizieren und die Hölle der Einsamkeit. Jani Lehtosaari (Ex-Keyboarder von IMPALED NAZARENE!) lächelt wie ein dummglücklicher Tourist von den sonnenüberfluteten Urlaubsfotos auf der Rückseite des Booklets, doch seine Themen sind so schwarz wie das All – dieser Blick geht niemals wie auf dem Cover auf die grünen Wiesen und Hügel, sondern immer in das undurchsichtige und opake Dunkel des Nichts. Aus der Rumpelkammer hat er die alten Analogsynthesizer ausgegraben, Kirmesorgeln und schepperndes Schlagzeug, auf welchem zwei Freunde abwechselnd begleitende Beats beisteuern, während die Musik in entfernte Sphären abdriftet. Opener „Fool“ zeigt schon genau auf, wo es hingeht: Drums, Gitarre und Bass machen einen auf heavy, während im Hintergrund irre kleine Motive dudeln und eine bratzige Melodie neckisch ein- und ausgeblendet wird. Bei dem mit künstlichem Vibraphongeplänkel aufwartenden „Pure as Snow“ singt Lehtosaari dann so herzerfrischend wie Rudolf Scharping auf Baldrian, während der Song direkt aus GARY NUMANS androgyn-androidischer Phase stammen könnte und das beschwingt donnernde Perkussions- und Bassgewitter zu Beginn von „Near Life Experience“ klingt gar, als habe man THE CURE für die Pornography-Sessions nach Ibiza geschickt. Mit diesem, dem besten Song auf dieser CD verabschiedet sich PLAN E endgültig von den Normalsterblichen, denn hiernach wird die Opiumpfeife ausgepackt und alles bunt und langsam, bevor das Raumschiff zu den wilden Tönen der schön schmutzigen IGGY POP Coverversion „Johanna“ die Photonenmotoren anwirft und nach hause rast.

Die angeführten Pressezitate kommen von so illustren Magazinen wie den „Chaos Critiques“ und dem „Imhotep Magazine“, auf dem Mars garantiert in einschlägigen Fachkreisen gern gelesene Postillen. „Surreal, innovativ und sehr unterhaltsam“ behaupten erstere und wir stimmen zu. Wofür auch immer das „E“ stehen möge – Ein guter Plan ist „Best Kept Secret“ auf jeden Fall!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

PLAN E - Weitere Rezensionen

Mehr zu PLAN E