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POLARKREIS 18 - s/t

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Polarkreis-18-Polarkreis-18.jpg
Artist POLARKREIS 18
Title s/t
Homepage POLARKREIS 18
Label MOTOR MUSIC
Veröffentlichung 16.02.2007
Leserbewertung
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7.7/10 (9 Bewertungen)

POLARKREIS 18 sind fünf junge Herren aus Dresden in roten Pullovern mit so großen Rollkragen, dass man von den Gesichtern der Truppe nichts mehr sieht. Muss das Quintett sich etwa verstecken (oder liegt es an der Kälte der titelgebenden Gegend)? Immerhin traten die Jungs doch erst vor kurzem im heimischen Schauspielhaus vor über 1000 Zuhörern auf und ernteten stehende Ovationen, eigentlich kein Grund für derartige Zurückhaltung. Die Wurzeln der Band liegen bereits im Jahr 1997 bei Felix Räuber (Gesang, Gitarre, Klavier), Bernhard Wenzel (Elektronik, Keyboard) und Uwe Pasora (Bass). Mitte 2005 stießen Philipp Makolis (Gitarre, Klavier) und Christian Grochau (Schlagzeug) dazu und POLARKREIS 18 war geboren. Musikalisch bewegen sich die Sachsen auf experimentellem Electro-Pop-Gitarren-Terrain. Ein weites Feld, mal schauen, wie der Fünfer das bestellt hat.

Nach einem Intro im Stil der Vierziger-Jahre-Hollywood-Filme legen P 18 los. Die ersten Akkorde klingen ein wenig wie die Musik amerikanischer Krimiserien der Siebziger, doch dann setzen die Vocals ein und ich nehme sicherheitshalber noch mal das Cover zur Hand. Da gehörte doch keine Frau zur Besetzung??? Ich hoffe mal, dass bei Felix gesundheitlich alles in Ordnung ist, der Mann hat eine unglaublich weibliche Stimme, die „Dreamdancer“ zu einem vielversprechenden Opener macht. „Chiropody“ gibt sich zurückhaltender, gleichzeitig auch elektronischer, dazu wird Felix Gesang von Streichersätzen umspielt. Ähnliche Wege geht auch „Somedays Sundays“, allerdings wieder mit mehr Drive. „Christal Lake“ ist eines der atmosphärisch dichtesten Stücke des Debütalbums, während „Comes Around“ dann doch meine Zweifel am Geschlecht des Sängers ausräumt. „Stellaris“ punktet mit großem Streichorchester und fragilen Melodien, die von ebenso zerbrechlichen wie androgynen Gesangsparts begleitet werden. Elektronisch verzerrt geht es mit „Look“ weiter, bevor bei „After All, He Was Sad“ ein weiteres Mal die Streicher das Sagen haben. Der Song wirkt wie ein flüchtiger Traum, an den man sich nicht mehr erinnert, wenn man an einem schönen Sommertag in der Sonne eingeschlafen und irgendwann wieder aufgewacht ist. „Ursa Major“ setzt den Traum fort, diesmal lässt er einen leicht verstörten Schläfer zurück, der sich nur noch an ein paar dunkle Schatten und Klangfetzen erinnern kann. „Under This Big Moon“ zerstreut alle Zweifel und Fragen und hinterlässt ein wohliges Gefühl, wenn der letzte verhaltene Ton verklungen ist.

Wirklich ein sehr vielschichtiges und interessantes Erstlingswerk, das sich wohltuend von der Masse abhebt. Wer mag, hat ab sofort auch Gelegenheit POLARKREIS 18 live zu erleben, dann sieht man nicht nur die Mannschaft in voller Größe und inklusive Antlitz, sondern auch ihren „Klangfilm“, eine Art „Selfmade-Video-Kunst“, die der Untermalung der Songs dient. Mir geistern nach dem Hören der Platte schon so einige Bilder durch den Kopf, Ihr solltet Euch einen eigenen Eindruck verschaffen!

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Polarkreis 18 's/t' Tracklist
1. Intro Button MP3 bestellen
2. Dreamdancer
3. Chiropody Button MP3 bestellen
4. Somedays Sundays
5. Crystal Lake Button MP3 bestellen
6. Comes Around
7. Stellaris Button MP3 bestellen
8. Look Button MP3 bestellen
9. After All, He Was Sad
10. Ursa Major
11. Under This Big Moon
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