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PRETENDERS - The Isle of View (DVD)

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Pretenders-Isle.jpg
Artist PRETENDERS
Title The Isle of View (DVD)
Homepage PRETENDERS
Label WEA/ WARNER
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Die Sache mit DVDs ist, dass man seit den mit stundenlangen Bonusfeatures ausgestatteten Star Wars und James Bond Boxen eigentlich nichts mehr gelten lässt, was lediglich mit dem Hauptmenü aufwartet – ganz so, als stellten ruckelig gefilmte Bilder aus dem Backstagebereich oder fantasie- und risikolos geführte Interviews mit allen Beteiligten, einschließlich der Freundin der Maskenbildnerin und des Vocal Coachs das entscheidende Kaufargument dar. Dennoch kann man nicht umhin, einer Veröffentlichung wie „The Isle of View“ zumindest ein klitzekleines bisschen Kalkül zu unterstellen, wenn bei einer Gesamtspielzeit von eineinviertel Stunden nichts aber auch gar nichts mehr als das Konzert selbst geboten wird.

Immerhin: Dafür dass die Aufnahme schon wieder beinahe zehn Jahre auf dem Buckel hat, sieht alles äußerst brillant und scharf aus – das brav klatschende Publikum aus Familien mit Kindern, die Musiker und Chrissis im Profil beängstigend lange Nase und man bemerkt die verflossenen Jahre höchstens einmal daran, dass „Blue Sun“ als „neuer“ Song angekündigt wird und an Hyndes kleiner Stichelei vor Damon Albarns Klaviereinlage, Justine sei ja wohl immer noch in den USA. Akustisch sind die Aufnahmen und, so erfährt man durch einen quietschgelben Sticker auf der Hülle, intim. Nun besteht ein feiner, doch spürbarer Unterschied zwischen Intimität und Nähe und so eng sich die Kamera auch an die Beteiligten anschmiegt, ihnen bei filigraner Saitenarbeit und gehauchtem Backgroundgesang zusieht: Echte Stimmung will nicht so recht aufkommen. Dabei macht wahrhaft keiner etwas falsch und ein paar Jahre früher wäre dieser Abend im Rahmen von MTVs Unplugged zu einem garantierten Selbstläufer geworden: Die Hits wie „Back on the Chaingang“ kommen im soften Schmusegewand daher, beim tränenschwangeren „Kid“ unterstützen die frechen Punkstreicher vom DUKE Quartet und bei „Hymn to Her“ wird es so still und andächtig wie in einer Messe. Tatsächlich sind es aber die wenigen wenigstens etwas flotten Momente, die das Konzert vor der Belanglosigkeit retten: „Sense of Purpose“, „Thumbelina“ und „Revolution“ werden frecher, wenngleich nicht unbedingt rotzig, vorgetragen und sind kurze Spritzer kalten Duschwassers inmitten eines heißen Bads aus Gemütlichkeit.

Das war selbstverständlich wohl die Absicht und es mag auch nicht fair sein, einer Band auf immer und ewig die wilden, jungen Tage hinterher zu tragen wie ein Hund dem Herrchen den Stock und im Gegensatz zu immer wieder auftauchenden Mitschnitten minderwertigster Qualität wird hier musikalisch einwandfrei und ohne Fehl und Tadel aufgespielt. Dennoch: Ein wenig mehr Liebe in Bezug auf die Extras hätte zumindest ein oder zwei Gähner verhindert, die sich selbst bei der extremen Kürze dieser Veröffentlichung ungewollt einschleichen.

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