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PSYCHOTRON - Open the Gate

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Artist PSYCHOTRON
Title Open the Gate
Homepage PSYCHOTRON
Label EIGENPRODUKTION
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Thrash kann majestätisch und mächtig daherkommen: Brennende Riffs über einem Dornenbusch aus gut gewurzeltem Bass und nadelscharfem Schlagzeug – siehe die letzte OCCULT. Andererseits kann Thrash aber auch eine ziemlich aufreibende Angelegenheit sein, wenn hysterischer Gesang mit unter chronischem Aufmerksamkeitssyndrom leidenden Gitarren eine neurotische Beziehung eingeht – siehe die frühen ANTHRAX oder D.R.I. Oder siehe PSYCHOTRON.

Damit soll zunächst noch gar keine Wertung abgegeben werden, standen doch gerade die beiden letztgenannten Bands an der Wiege eines Genres, das damals völlig zurecht als grenzüberschreitend, geschwindigkeitsrekordebrechend und innovativ galt und auch heute noch in den Händen sachverständiger Musiker zu immer wieder verblüffenden Ergebnissen führt. PSYCHOTRON haben sich auch gar nicht aufs Kopieren verlegt, treten bedeutend ernster und weniger auf den schnellen Lacher gerichtet auf als so manche Kollegen – und sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre sorgfältig angerührten Zutaten nicht zum Einheitsbrei verkommen zu lassen. Deswegen gibt es eine einminütige elektronische Meditation über die Integrität von Prinzipien und ein ausgedehntes, melancholisch treibendes Folkinstrumental im Stile des frühen MIKE OLDFIELD zum Abschied. Vor allem aber gibt es das mörderische „Closing Doors“, geschlagene acht Minuten lang, das den Hörer zunächst mit einem sanften Vorspiel samt elegischem Solo einlullt, nur um ihn dann mit einem krachenden Beat, der jede verschlafene Dorfdisco in einen kochenden Tanzkessel verwandeln würde, aus dem Sessel zu katapultieren – nicht der Oma vorspielen bitte, selbst nicht der im Hühnerstall! Da können die übrigen Songs leider nicht mithalten und bei fünfzig Minuten Musik hätte man auf so einige pflichtmäßig stampfende Rocker gerne verzichtet.

Dennoch über weite Strecken vielversprechend und man muss der Gerechtigkeit halber hinzufügen, dass die hymnischen Stadionrefrains auch nicht jedermanns Sache sind. Irgendwo zwischen mächtig und mächtig nervend gibt es einen Mittelweg und auf „Open the Gate“ wandern ihn PSYCHOTRON mit angemessenem Stolz.

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