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PUISSANCE - Grace of God

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Artist PUISSANCE
Title Grace of God
Homepage PUISSANCE
Label EQUILIBRIUM MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Drei Jahre nach „State Collapse“ beehren uns die Schweden mit einem ziemlich genialen neuen Album – soweit darf ich schon vorausgreifen. Auch wenn Söderlund und Möller nicht mehr bei CMI-Karmanik unter Vertrag stehen, sondern bei den Portugiesen von Equilibrium Music, hört man noch den einigermaßen bezeichnenden Cold Meat Sound.

Man mag zu ihnen und ihren provokant-misanthropischen Aussagen der Vergangenheit oder aktuellen Kommentaren über die Auslandspolitik westlicher Zivilisationen stehen wie man möchte, allerdings ändert das nichts an der guten Musik. Es ist verdammt müßig, einzelne gute Tracks herauszunehmen, denn schon alleine die reibeisige Stimme des Sängers ist jeden nicht-instrumental Song wert – allerdings sind Intro und Outro auch gut. Dazu kommen die lässigen Percussions, die zwar nach Drumcomputer klingen, aber ich gehe ja auch nicht davon aus, dass die beiden Herrschaften ein halbes Orchester zum Einspielen im Studio hatten. Man kann halt nicht alles haben – live vielleicht, das wäre doch mal was. Super melodisch und sehr gesangsorientiert stehen die Schweden für fast schon poppigen Martial Industrial whatever. Gebt mir ein Schubladensystem, dann kann ich euch PUISSANCE auch einsortieren. „Walls of Freedom“ könnte man z. B. als obligatorische Ballade bezeichnen, „Stance“ könnte auch bei einem guten Matrix-Soundtrack verwendet werden und auch wenn ich dafür vielleicht gesteinigt werden könnte, aber würden FRANZ FERDINAND Düstermucke machen, hätten sie auch „Conspiracy“ (mit tollen Voicesamples) oder „Warzone“ eingespielt.

Ein Kumpel meinte mal, ihm sei Musik suspekt, zu der man marschieren könne, aber hier kann man auch viele andere nette Dinge dazu machen. Außerdem: Hätte ich die gleiche Einstellung wären mir wohl Perlen wie Ernst Mosch und die Original Egerländer Heimatmusikanten entgangen. Aber zurück zu PUISSANCE; im Beipackzettel wird darauf verwiesen, dass es ihr Ziel sei, in einem poetischen Rahmen ihre Analyse des Weltgeschehens vorzutragen. Sie seien nicht politisch, sondern stünden vielmehr denjenigen gegenüber, deren politische und finanzielle Motive früher oder später für den Ausbruch des dritten Weltkriegs verantwortlich seien. Und etwas expliziter auf ihrer Site: „People often ask why we care so much about American politics even though we’re not American. The answer is simple, we don’t wanna die, and we don’t want to see our children in death camps.”

Diese nachvollziehbare Einstellung und der Anspruch, künstlerisch zu wirken schlägt sich nicht zuletzt im eingängigen Refrain zu „In death“ nieder: „And all the things you fight for, and the things you hold for true won’t change the fact we walk towards the end and so do you. The steps you take so carefully may be big or small, but lead you to the edge and then eventually you’ll fall.“ Amen.

Weshalb allerdings das dramatisch erhabene Outro „Loreto“ heißt, ist mir nicht ganz aufgegangen. Loreto wie das Geburtshaus Mariens? Hier besteht noch Interpretationsbedarf – oder eine Interviewanregung. „Grace of God“ wird übrigens in einem Deluxe Digipack veröffentlicht, inklusive einem zusätzlichen Track, dessen Inhalt über einen Player entschlüsselt werden kann, den man auf der Band-Site bekommt. Außerdem wird Equilibrium Music passend dazu eine remasterede und redesignede Auflage des 98er Albums „Back in Control“ unters Volk werfen.

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