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QEK JUNIOR - Druschba

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QEK-Junior-Druschba.jpg
Artist QEK JUNIOR
Title Druschba
Homepage QEK JUNIOR
Label KERNKRACH
Leserbewertung
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7.6/10 (32 Bewertungen)

Bereits seit 2005 ist das Duo QEK JUNIOR um Dominic Daub (ex-HOUSE OF USHER) und Tobias Dupont aus Simmern aktiv. Nach einem klassischen Wohnwagen aus der ehemaligen DDR benannt, machen die beiden feinsten Minimal Electro, der es in sich hat. Sowohl musikalisch als auch textlich haben die QEKs einiges zu bieten, was auf den beiden ersten Veröffentlichungen, einer limitierten EP und dem Debutalbum „Ausverkauf“ bereits eindrucksvoll bewiesen worden ist. Nachdem man sich vom vorherigen Label DANSE MACABRE getrennt hat, erscheint nun der neueste Streich „Druschba“ auf dem sympathischen KERNKRACH-„Verein“. Genau dieses Label hat in der Vergangenheit einige mehr als nur gelungene Festivals veranstaltet. Dort hatte ich bereits Gelegenheit, QEK JUNIOR live zu sehen. Da mich dieser Auftritt wirklich begeistert hat, war ich natürlich sehr gespannt auf das neue Werk, das übrigens in materieller Form ausschließlich als Vinyl-Schallplatte zu erwerben ist. Freunde des digitalen Zeitalters müssen aber auch nicht darben, denn über diverse legale Downloadportale ist das Album ebenfalls zu erwerben.

„Genug ist genug“ – ein gelungener Opener, der sich tanzbar im Midtempo bewegt. Um „Pervitin“ geht es im folgenden Stück, das im Kontrast zum Thema (Methamphetamin, also Speed) langsamer gehalten wurde und herrlich quietschende Sounds beinhaltet. „Kontrolle ist besser“, mit treibenden, minimalen Elektrodrums und Keyboardmelodie, legt wieder an Tempo zu und schreitet inhaltlich auf Pfaden von George Orwells „Nineteen Eighty-Four“. „15:43“ weiß durch straffe Synthibass-Sounds zu gefallen. QEK JUNIOR haben insbesondere durch Dominic Daubs Stimme ganz klar einen eigenen Stil, aber bei dem Song „Irgendwie Depriviert“ wird auch eine gewisse musikalische Verwandtschaft zu Künstlern wie KRAFTWERK oder GARY NUMAN deutlich. Richtig schön krachig wird es bei „Leichter Hang zum Defaetismus“. „Nichts ist für die Ewigkeit“ ist ein weiteres Highlight. Mein Zimmer ist ein wenig eng, sonst würde ich jetzt erst einmal abzappeln. Absolut geiles Stück!!! „Tick Tick Tick“ präsentiert sich im Ganzen etwas düsterer und steht damit in einem Kontrast zu dem folgenden „Form folgt Funktion“, das wiederum etwas verspielter wirkt. Mehr in Richtung EBM geht „Song047“ und ist damit natürlich wieder ein Anwärter für die Tanzfläche. Schöne knarzige Töne bietet der „Rest“. Schwebend, fast sphärisch beendet „Plastination“ die neue Scheibe.

Das Jahr neigt sich ebenfalls dem Ende zu und ich weiß jetzt schon, dass „Druschba“ in meiner Jahres-Top 10 ganz oben vertreten sein wird. Es ist extrem erfrischend zu sehen, dass der Minimal Electro-Underground lebt und einen qualitativ hochwertigen Gegenpol zu dem Einheits-Elektrobrei bietet, der einem heutzutage in den Clubs um die Ohren gehauen wird. QEK JUNIOR lassen erkennen, wer sie musikalisch beeinflusst hat, besitzen aber genügend Kreativität, um mit eigenen Elementen daraus einen ganz eigen Stil zu formen, der absolut auf der Höhe der Zeit liegt – und das sowohl auf musikalischer, als auch textlicher Basis. Da Vinyl wie immer heißbegehrt bei Sammlern ist, solltet ihr schnell zugreifen.

Anspieltipps: „Genug ist Genug“, Nichts ist für die Ewigkeit“, „Tick Tick Tick“ und „Song047“

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