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RABENSCHREY - Exzessivus

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Artist RABENSCHREY
Title Exzessivus
Homepage RABENSCHREY
Label TOTENTANZ RECORDS
Veröffentlichung 24.09.2010
Leserbewertung
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8.0/10 (7 Bewertungen)

Nach zehn Jahren Existenz haben RABENSCHREY nun ebensoviele Alben auf den Markt gebracht. Doch vorbei sind die Zeiten, in denen die Mannen um Frontmann Donar mittelalterliche Tavernenlieder zum Besten geben. Was damals durch Zufall entstand (Auf einem Mittelaltermarkt war eine Band ausgefallen und der Barde sprang kurzerhand ein), ist heute von Professionalität getragen. Das „Metalalter“ hat mit neuem Studioequipment begonnen, die mittelalterliche Laute ist passé. Übrig geblieben sind Flöte und Didgeridoo, verbunden mit E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. „RABENSCHREY goes Metal“ steht in ganz fetten Lettern unsichtbar auf der Scheibe „Exzessivus“.

Mein persönlicher Favorit auf dem Silberling ist das balladesk angehauchte „Laufe“, der Track unmittelbar nach dem Natur bzw. Elfen-Intro. Mit „Heiden tanzen“ treten die Musiker dann in die Fußstapfen von JETHRO TULL, da die Flöte permanenter Begleiter der harten Sounds ist. „Der Kreis“ stellt ein knallig hartes Loblied auf das Wacken Open Air dar. Danach geht man etwas „sanfter“ zu Werke, wenn die „Bilder auf die Haut“ (aka Tattoos) besungen werden. Trotz der metallenen Bässe sind die deutschen Texte gut zu verstehen und präsentieren sich als bestens geeignet für den vorliegenden Musikstil. Es lohnt sich, den verschiedenen musikalischen Geschichten zu folgen, die mal auf die Meere führen wie beim „Drachenboot“, mal in die Dunkelheit („Geschöpfe der Nacht“), mal in einen Garten („Strauch aus Dornen“). Während die Flöte eine erfrischende Note in die Musik bringt, wirkt der Gesang manchmal etwas müde, und das trotz der heftigen Gitarrenriffs („Kraftvoll“, „Wünsch dir was“). Richtiggehend erfrischend klingen dagegen wieder „Ich hasse euch“ mit dem maschinengewehrartigen Stakkato der Instrumente und das bereits erwähnte „Strauch aus Dornen“, beide sprechen zuvorderst die Tanzbeine an. Für mich ist das abschliessende „Stumpf“ nicht nur in der Trackliste das letzte Stück. Allerdings spiegelt die Melodie genau das wider, was Titel und Text aussagen. Deshalb erinnert der monotone Song auch an die synthetische Computermusik der Neuen Deutschen Welle. Vielleicht sollte man hier aber auch ein Auge, pardon Ohr zukneifen, denn das Lied wendet sich direkt an den Zuhörer und nimmt sarkastisch die vergangenen Sünden von RABENSCHREY aufs Korn.

Schluss mit den Zeiten, als zu Songs wie „Hey, wir sind Heiden“ (nach „Pipi Langstrumpf“) oder „Weg nach Wallhall“ (nach „Highway to hell“ von AC/DC) mitgegrölt werden konnte. Unverkennbar jedoch der stetige Wandel, die andauernde Entwicklung dieser Formation, deren Musik trotz kleiner Kollateralschäden alles andere als negativ zu bewerten ist. So metallisch hart wie auf diesem Album hat man RABENSCHREY bislang noch nicht erlebt.

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Rabenschrey 'Exzessivus' Tracklist
1. Intro
2. Laufe
3. Heiden tanzen
4. Der Kreis
5. Bilder auf die Haut
6. Puppenspieler
7. Veris
8. Halt mich fest
9. Drachenboot
10. Kraftvoll
11. Wünsch dir was
12. Die Kirche brennt
13. Geschöpfe der Nacht
14. Ich hasse euch
15. Strauch aus Dornen
16. Stumpf
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