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RANDOM WILLSON & BROKOF - Brother Equal

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RANDOM WILLSON & BROKOF
Artist RANDOM WILLSON & BROKOF
Title Brother Equal
Homepage RANDOM WILLSON & BROKOF
Label GOLDRAUSCH RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Gestatten: „Brother Equal“, eine transatlantische Zusammenarbeit zwischen dem Poeten und Singer/Songwriter RANDOM WILLSON (aka Greg Northrop) und der Berliner Band BROKOF, bestehend aus ihren Mitgliedern Arne Bergner, Fabian Brokof, Rocco Weise und Puya Shoary. Die Geschichte begann bereits vor ein paar Jahren, als Northrop und Teile von BROKOF sich im bandeigenen Popschutz-Studio (ebenso das Zuhause von Goldrausch Records) trafen um „ein paar Songs zu spielen“. Bereits während dieser kurzen Session, wurde der Geist von „Brother Equal“ zum Leben erweckt.

Produziert von den Labelchefs Fabian Brokof und Arne Bergner, mutet das Album an wie ein Gespräch, unverstellt und persönlich. Natürlich ist es eine Zusammenarbeit, aber mehr noch ein Einverständnis zwischen dem Berliner Quartett und seinem neuen New Yorker Nachbarn RANDOM WILLSON. Das Album ist eine Momentaufnahme im Leben eines Mannes, der vom Big Apple an die Spree umsiedelt. Wie ein wandernder Sänger, der Postkarten in alle Welt schreibt, die Vergangenheit hinter sich lassend, auf dem Weg in eine hellere Zukunft. Fabian Brokof und Arne Bergner haben Northrops Songs kongenial umgesetzt. Man hört der Produktion die Freude am Spielen, der Selbstverständlichkeit und Einfachheit des Songwritings an. Dazu kommen Puya Shoary am Schlagwerk und Rocco Weise am Bass und RANDOM WILLSON & BROKOF sind komplett! Auf „Brother Equal“ sind zahlreiche Versatzstücke klassischer Americana zu hören, die wohl sonst eher nicht den Weg auf eine BROKOF-LP gefunden hätten.

Zeit ist das Thema, dass die ersten beiden Stücke „Own Time“ und „Slow Down“ verbindet. Es geht um überhastete Entscheidungen und was passiert wäre, hätte man sie in Ruhe getroffen. „Slow Down“, das Fabian Brokof als Co-Author ausweist, wird von einem Beat vorangetrieben, der wie ein unaufhaltsames Uhrwerk dem Gesang Greg Northrops entgegenläuft. Die Harmoniewechsel unterstreichen den Eindruck stetig steigender Anspannung, bis am Ende alles erstarrt. „East To West“ behandelt Northrops Umzug; Dave Guy and Ian Hendrickson-Smith von SHARON JONES & THE DAP KINGS und THE ROOTS begleiten das Lied mit Trompete und Flöte auf seinem beschwingten Weg von „East to West“. „Why Should She” hingegen macht die Reise von Soul zu Gospel (inklusive Chor!) auf der Suche nach der Antwort auf eine Frage, so alt wie die Welt. „Brother Equal“ schaltet mit dem nur zweieinhalbminütigen „First To Know” (das erste Video zur Platte) einen Gang hoch, fast so als würde der selige TOM PETTY (rest in peace!) mit den ROLLING STONES spielen. „Green Girl“, das längste Stück der Langrille, endet in einem Unwetter, samt dem psychedelischen Mantra („Only Yes will get us there”) des Albums. Die Langrille endet mit dem tröstenden „All Agree“. Das Stück ist ein Kommentar zum aktuellen Zustand der Welt, in der Hass, Angst und Ignoranz in scheinbar ungekanntem Ausmaß vorherrschen. Allerdings kommt Northrop ohne Fingerzeig und Schuldzuweisungen aus. „All Agree“ bestätigt, dass wir unsere unterschiedlichen Lebensrealitäten nicht bekämpfen dürfen, sondern annehmen sollten.

RANDOM WILLSON & BROKOF haben in dieser digitalen Ära eine beseelte musikalische Partnerschaft gefunden, Brüder im Geiste, „Brother Equal“ eben. Dazu passt es auch, dass die Veröffentlichung auf den Weltfriedenstag terminiert war.

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