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RAY WILSON & STILTSKIN - She

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Artist RAY WILSON & STILTSKIN
Title She
Homepage RAY WILSON & STILTSKIN
Label SANDPORT/ SPV
Veröffentlichung 06.10.2006
Leserbewertung
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7.8/10 (30 Bewertungen)

Ach wie gut, dass niemand weiß…

Doch, die älteren von uns wissen es noch, dass STILTSKIN vor über 10 Jahren mit „Inside“ einen fetten Hit hatten. Nach ihrem Debütalbum „The Mind’s Eye“ war dann aber schon wieder Schluss, hatten sich doch einige Bandmitglieder untereinander und mit dem Label zerstritten und Sänger Ray Wilson obendrein die wahnwitzige Idee, Phil Collins bei GENESIS zu ersetzen. Da er in dieser Funktion wohl eine Randnotiz in der Musikgeschichte bleiben wird, setzte Ray letztes Jahr nach einigen Soloaktionen zur Neugründung von STILTSKIN an. Dafür konnte er Nir Zdkyahu aus GENESIS-Zeiten für die Drums gewinnen, dazu Irvin Duguid, ehemals Tour-Keyboarder bei STILTSKIN und Uwe Metzler an der Gitarre, sowie Alvin Mills am Bass. Von einer Reunion kann also so recht nicht die Rede sein, von einem Comeback noch weniger. Warum ziert also nun der Name Ray Wilson & STILTSKIN das Cover? Will man bei der mitgealterten Zielgruppe das letzte Fünkchen Wiedererkennung zu einem Feuer entfachen?

Die taffe Hausfrau beim Hausputz musste jedenfalls beim Opener „Fly high“ erstmal die Regler runterstellen, denn eins wird gleich klargestellt: Hier muss kein Staub geputzt werden. Es wird mit Volldampf nach vorn gerockt, und auch wenn es mit „Taking time“ etwas gemäßigter weitergeht, Stärke und ein Hauch Düsterness bleiben, verdichten sich zum Ende zu einem „Phantom of the opera“-Riffing und gipfelt in einem Zitat aus der Offenbarung nach Johannes. Der Titelsong „She“ zieht beim Tempo wieder an und behält die sinistre Atmosphäre bei – es ist halt ein Kreuz mit den Frauen. Ray Wilson stellt hier die Variabilität seiner Stimme gut unter Beweis, ein Highlight des Albums! Doch jäh wird man von der Sonne geblendet. „Lemon yellow sun“ mit Akustik-Gitarre und Streicherpassagen schippert in seichten Popgewässern und erinnert mich an RICHARD MARX. Irgendwie passt das Stück überhaupt nicht in den Kontext und falls es die Vielfältigkeit aufzeigen soll, dann ist dies für meinen Geschmack der falsche Weg. „Wake up your mind“ ist altbewährter Stadion-Rock, Mitgrölen inklusive. „Sick and tired“ puzzelt recht unoriginell NuMetal-Fragmente neu zusammen, bei „Constantly reminded“ dürfen dann die Feuerzeuge gezückt werden. Zu Beginn von „Show me the way“ wird dann erneut die Akustik-Klampfe gezückt, das Stück gewinnt aber an Fahrt und Härte und kann am Ende doch noch mein Gefallen finden. „Fame“ ist inhaltlich die Antwort auf MEL C.s „Next best Superstar“ und kann mit bissig-bösem Refrain punkten. Bei „Some of all my fears“ greift der Chef zum Bass und Nir Z überlässt die Drums einem Henrik Müller, hier dürfen wie beim Opener die Nackenknochen knacken. „Summer days“ betont noch mal die Gitarre zu schönem Bombast-Rock, ehe man mit dem kraftvollen „Better luck next time“ verabschiedet wird.

Ein starker Anfang und ein starkes Ende, dazwischen viel Bekanntes, Klassisches, Zeitloses – macht in Summe ein solides Rockalbum, dem man aber wahrscheinlich unter anderem Namen weit weniger Beachtung schenken würde.

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Ray Wilson & Stiltskin 'She' Tracklist
1. Fly high
2. Taking time
3. She
4. Lemon yellow sun
5. Wake up your mind
6. Sick and tired
7. Constantly reminded
8. Show me the way
9. Fame
10. Some of all my fears
11. Summr days
12. Better luck next time
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