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RAZA DE ODIO - La nueva Alarma

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Artist RAZA DE ODIO
Title La nueva Alarma
Homepage RAZA DE ODIO
Label SCARLET RECORDS
Veröffentlichung 04.10.2004
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Ungefähr so wie auf dem Cover von “La nueva Alarma” stellt man sich die Pausen zwischen den Proben bei RAZA DE ODIO vor. Da sitzen sie im Weinkeller zusammen, rauchen, trinken und philosophieren über alltäglichen Schwachsinn und kluge Gedanken. Irgendwann schlägt einer einen alten Metalklassiker als Coverversion vor, „United Forces“ von S.O.D. zum Beispiel, und alles stimmen spontan in eine kollektive Grölorgie ein. Wenn der Alkoholspiegel auf ein angenehmes Maß gestiegen ist (2-3 Promille in ungefähr) geht es wieder an die Instrumente, wo man den Track direkt aufs Tape bannt. Danach werden noch ein paar traditionelle spanische Folklorestücke ausgepackt, ehe man zu Wein, Weisheit und dem Weib rechts im Bild zurückkehrt.

Natürlich ist das, was dabei herauskommt, keineswegs der „neue Alarm“, denn diese eingeschworene Brüderschaft vollmundig ausruft. Die selbst herbeizitierten Vergleiche mit BRUJERIA und ILL NINO kommen schließlich nicht von ungefähr. Während man von den Grind-Göttern die plärrenden Refrains und die gutgelaunte anything-goes Attitüde übernahm, würzte man das Resultat noch mit dem düsteren Flair der „Milli Vanilli des Nu Metal“. Dass dabei ein durchweg kurzweiliges Album herausgekommen ist, bedarf wohl keiner weiteren Erklärungen. Gierig bedient man sich an allen Ecken und Enden und ordnet alles dem eigenen Kosmos zu, was auch nur irgendwie passt: Mies gelaunte Gitarren, hyperaktives Schlagzeug mit einer Menge Klimbim an der Schießbude, Tribaleinflüsse, blitzende Soli, lockere Grooves und Chor-Gebrülle. Um eine Weiterentwicklung oder Neudefinition des Vorgegebenen geht es dabei keine Sekunde, weswegen man dem Werk auch das beinahe behäbige Suhlen im eigenen Sud nicht krumm nehmen darf. Wenn also höchstens bei „Otra Vez“ die lateinamerikanischen Tendenzen mehr als nur schmückendes Beiwerk darstellen, „Malafama“ mit seinen an DOWN gemahnenden Stoner-Anleihen ein wenig und „Venta pa’ Madrid“ als feurige Spaßnummer völlig aus der Reihe tanzen: Sei’s drum! Denn die Songs stehen mit wenigen Ausnahmen auf stabilen Füßen und die Band hat technisch viel zu bieten, dabei aber die Disziplin, sich auf wenige frickelige Momente zu beschränken. Wie zum Beispiel die progressive Explosion in der Mitte von „Destroyer“, die wie ein Orkan über die Hörerschaft fegt und Ohrenstäbchen oder Wasserspülungen ad absurdum erklärt. Und wenn die Kuhglocke mal wieder bimmelt, als hänge sie an einem Turboeuter, kann man niemandem böse sein.

Nötig hat man dieses Album natürlich nicht, doch was braucht man schon wirklich? Wenn das Aufstehen morgens um sechs mal wieder verdammt schwer fällt, wenn einen Schule oder Arbeit verdammt annerven und wenn das Wetter draußen einem eine Depression anzuhängen versucht, leistet „La nueva Alarma“ ganze Arbeit.

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Raza de Odio 'La nueva Alarma' Tracklist
1. La Nueva Alarma
2. Raza De Odio Button MP3 bestellen
3. Destroy
4. Malafama
5. Otra Vez
6. Matando Güeros
7. Vente Pa' Madrid
8. Mienten
9. Una Luz
10. Odiados
11. United Forces
12. El Tiempo
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