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REPTILE MASTER - In The Light of A Sinking Sun

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REPTILE MASTER
Artist REPTILE MASTER
Title In The Light of A Sinking Sun
Homepage REPTILE MASTER
Label BLUES FOR THE RED SUN RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

REPTILE MASTER kommen aus dem Tromsø, hoch im Norden Norwegens, wo die Sonne von Ende November bis Anfang Februar praktisch nicht aufgeht. Dafür wird es im Sommer zwei Monate lang nicht richtig dunkel, kein Wunder, dass die fünf Musiker den Himmelskörper im Titel ihrer ersten Langrille „In The Light of A Sinking Sun“ tragen, denn die An- bzw. Abwesenheit von Sonnenlicht dürfte das Leben nahe dem Polarkreis wesentlich beeinflussen. Depressionen sind da keine Seltenheit, Aggressionen auch nicht und wenn man beides musikalisch filtern wollte, wäre der Erstling der Doom-Metaller vermutlich das Ergebnis.

Was beim Opener „Hekseprosessen I“ vermutlich mit den gequälten Schreien einer gefolterten Frau äußerst verstörend beginnt, findet in „The Sorcerer’s Weed“ seine düstere Fortsetzung. Tonnenschwer und dunkel kriecht der bassbetonte Sound aus den Boxen und auch der „Butcher’s Boogie“ ist alles andere als leichtfüßig. „Verdict“ verzichtet zunächst auf Vocals und lässt den unheilvollen Urteilsspruch mit aggressivem Sludge-Metal verkünden, um abrupt zu enden und dem düsteren Song eine Kehrtwende zu verpassen. Dem schließt sich „From Crown To Dragger“ nicht minder düster an, überrascht dann jedoch mit kurzen Einschüben von vergleichsweise melodiösen Gitarrenakkorden. „Hekseprosessen II“ lässt erneut nur erahnen, was sich hinter den verwirrenden Geräuschen verbirgt und dient in erster Linie auch wohl eher als verbindendes Element zum nachfolgenden „Moon Ritual“, das sich abermals in enervierender Slow Motion in die Gehörgänge schleicht und dort festsetzt. Mit dem finalen Titelsong „In The Light of A Sinking Sun“ kommt dank wohlklingenden halbakustischen Tonfolgen fast so etwas wie Zuversicht auf, aber am Ende sind es wieder massive Doom-Momente, die den brachialen Sound bestimmen und keinen Zweifel daran lassen, dass REPTILE MASTER ziemlich angepisst sind.

Oder wie es in einer Presseverlautbarung heißt: „Gefüllt mit einer Leidenschaft für das Böse sind REPTILE MASTER…auf einer Mission, das Evangelium des Untergangs zu verbreiten.“ Hier treffen grenzenlose Wut und unermessliche Trauer zusammen, Gefangene werden ganz sicher nicht gemacht und die tiefen Abgründe sind nicht nur unübersehbar, sondern so mitreißend, dass man die Hoffnung auf irgendeine Form von Rettung und Erlösung gleich mal in den vor Kälte beißenden Wind schreiben sollte.

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