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RIKARD SJÖBLOM - The Unbendable Sleep

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Rikard-Sjoeblom-The-Unbendable-Sleep
Artist RIKARD SJÖBLOM
Title The Unbendable Sleep
Homepage RIKARD SJÖBLOM
Label GUNGFLY PRODUCTIONS/ JUST FOR KICKS
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

RIKARD SJÖBLOM, der Gründer und Kopf der schwedischen Progressive-Helden BEARDFISH, die schon seit mehr als 15 Jahren für Aufsehen unter Fans und Kritikern sorgen, steht schon länger im Verdacht, ein Workaholic zu sein. Zusätzlich zu seinen diversen Nebenprojekten veröffentlichte er kürzlich das zweite Album unter seinem eigenen Namen: „The Unbendable Sleep“.

Ich gebe zu, ich bin persönlich immer etwas skeptisch, wenn etablierte und über jeden qualitativen Zweifel erhabene (und obendrein recht erfolgreiche) Bandmusiker plötzlich mit Soloalben um die Ecke biegen. Nicht selten kommen dabei doch reichlich verkopfte oder introvertierte Selbstverwirklichungstrips heraus, die für den nicht direkt beteiligten Hörer eher anstrengend als erhebend sind. Nicht so bei RIKARD SJÖBLOM. Das selbst produzierte und bis auf ein paar Schlagzeug- und Bassspuren auch komplett im Alleingang eingespielte Album klingt erfrischend direkt und überfordert zu keiner Sekunde. Man hört deutlich, dass Sjöblom ein begnadeter Songwriter ist, für den die Nachvollziehbarkeit seines Schaffens stets im Mittelpunkt steht. Natürlich kann auch er seine Prog-Wurzeln nicht verleugnen (warum auch) und baut immer wieder spannende Fusion-Rhythmen und klassisch-melancholische Art Rock-Harmoniebögen in die acht Stücke auf „The Unbendable Sleep“ ein, die an frühe GENESIS und KING CRIMSON erinnern, verzichtet dabei jedoch auf allzu viel epische Breite und verschwurbelte Arrangements, was der Musik einen angenehm intimen Charakter verleiht. Der gut gewählte, weil beinahe poppig-leichtfüßige und trotzdem schmissige Opener „Love & War Part One: I Am Who You Are“ lädt sogleich zum beschwingten Mitwippen ein und geht nahtlos über in das etwas zurück genommene und hochmelodische „Realm Of You And Me“, in dem zum ersten Mal die erwähnten Seventies-Einflüsse aufblitzen und der die angenehme Stimme des Herrn Sjöblom sehr schön zur Geltung bringt. In der Folge darf auch ein leichter Crunch nicht fehlen und so klingen besonders vom brillanten Gitarrenspiel des Maestros getragenen Stücke wie „Rhyme And Reason“ oder „Anna-Lee“ mitunter beinahe so, als wären ein gewisser MARK KNOPFLER oder die Südstaaten-Rocker LYNYRD SKYNYRD mit von der Partie. Und weil wir es bei RIKARD SJÖBLOM zweifellos mit einem gestandenen Rocker zu tun haben, wird zwischendurch auch immer wieder anständig in guter, alter DEEP PURPLE- oder URIAH HEEP-Manier gestampft und gepumpt, Hammond-Sound inklusive.

Alles in allem ist „The Unbendable Sleep“ ein angenehm ausgewogenes und kurzweiliges Album voller schöner, dem Ohr schmeichelnden Melodien und erhöhter Musikalität, dass nachhaltig beeindruckt und einem gleichzeitig das Gefühl gibt, den Menschen Rikard Sjöblom bei einem entspannten Bier ein wenig kennen gelernt zu haben. Toll.

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