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S.K.E.T. - Aktivist

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Artist S.K.E.T.
Title Aktivist
Homepage S.K.E.T.
Label HANDS PRODUCTIONS
Leserbewertung
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8.8/10 (5 Bewertungen)

Das Dortmunder Hands-Kombinat wird seit geraumer Zeit von einer kleinen aber feinen Fangemeinde kultisch verehrt, jedes neue Release herbeigesehnt. Nun gesellen sich die Rostocker S.K.E.T. hinzu, die mit dem „Aktivisten“ ihr Label-Debüt geben, insgesamt handelt es sich aber bereits um ihre dritte Veröffentlichung nach „Pakt“ (1998) und „Isolator“ (2002). Seit 1994 in diversen elektronischen Projekten aktiv, seit 1998 dann unter dem aktuellen Namen firmierend, versuchen die Protagonisten „Unit-298-09“ und „Unit-299-09“ sozialistische Auftragskunst mit stählernen Rhythmen zu verbinden. Dabei wurden sie – wie wir alle – von ihrer Jugend geprägt, die sie im Schatten der ewig hämmernden Ostsee-Werften verbrachten, die ihnen sozusagen den industriellen Sound ins Gedächtnis gebrannt haben.

Verpackt in ein typisches Hands-Klappcover mit gediegenem sozialistischen/ kommunistischen Artwork (was wohl die Antifa dazu sagen würde?) prasseln 12 Tracks in 60 Minuten auf den Hörer hinein, die geradezu ein Feuerwerk an brachialer Tanzbarkeit entfachen. Zitat: „Wichtig ist uns ein guter Beat“, und dieses „Versprechen“ hält das Duo jederzeit ein. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen bleiben die Kompositionen immer nachvollziehbar, verfallen nie ins Chaos. Natürlich gibt es Elemente aus dem Power Noise, dem Industrial und auch tekknoide Anleihen, eine genaue Bezeichnung muss es hierfür gar nicht geben, Hauptsache es groovt wie Hölle. Klug dosierte Samples, die oft einen politischen Anstrich besitzen (Bush & Blair-Fragmente seien hier genannt), setzen dem Ganzen das Sahnehäubchen auf. Bei meinem persönlichen Favoriten „God is a Gun“ vernimmt man gar eine Art verzerrten Gesangs, was in Verbindung mit dem perfiden Grundbeat einen exzellenten Clubhit ausmacht, für Clubs, die so etwas spielen. Klasse auch die „Stalinoper 2004“, welche durch ein paar Bombast-Samples in Erinnerung bleibt. Man scheut sich ebenso wenig, an ausgesuchten Stellen ein paar dezente Future Pop Flächen einzubinden.

Ein Produkt ohne Fehl und Tadel, was Komposition, Artwork, Sound, Aggressivität und Eingängigkeit angeht. Und mit dem richtigen Stallgeruch könnten es die Ostdeutschen noch weit bringen, da sie es auch live verstehen, die Massen zu fesseln – demnächst wieder zu erleben auf dem Maschinenfest 2005. Neben der Hands-Gemeinde sollten auch ruhig mal Anhänger „softerer“ Klänge wie die von XOTOX, TACTICAL SEKT oder FEINDFLUG ein Ohr riskieren!

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