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SAHG - Memento Mori

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sahg
Artist SAHG
Title Memento Mori
Homepage SAHG
Label INDIE RECORDINGS
Veröffentlichung 23.09.2016
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Im Jahr 2006 traf mich das Debüt „I“ der damals taufrischen SAHG wie ein Blitzschlag und stieß die ohnehin immer einen Spalt offen stehende Tür zur Welt der düster brodelnden Riffs für mich ein ganzes Stück weiter auf. Wohl weil die Norweger es vermochten, ihre im traditionellen Doom verwurzelten Songs mit der Lässigkeit des Hardrocks und dem Drive des guten, alten Heavy Metals zu vereinen. Eine Dekade später steht nun das fünfte Album „Memento Mori“ in den Startlöchern, dessen Titel auf den Tod der beiden Musiker-Legenden Lemmy Kilmister und David Bowie Bezug nimmt und ihnen zu Ehren gewählt wurde.

SAHG haben sich in den vergangenen zehn Jahren längst zu einer festen Größe gemausert und ihre musikalische Vielseitigkeit  mehr als einmal unter Beweis gestellt. Letztere ist – nicht ganz untypisch für die norwegische Szene – eigentlich beinahe naturgegeben, sind doch sämtliche aktuellen und ehemaligen Mitglieder schon von anderen Bands bekannt, darunter so namhafte wie auch unterschiedliche Vertreter wie AUDREY HORNE, GRIMFIST oder GOD SEED bzw. GORGOROTH. Die fachliche Kompetenz der Herren um Frontmann und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Olav Iversen steht also außer Frage. Folgerichtig geizt das – ganz der morbiden Grundthematik entsprechend – insgesamt düsterer und heavier als der Vorgänger „Delusions Of Grandeur“ klingende „Memento Mori“ dann auch nicht mit rhythmischen Finessen, ausgeklügelten Melodien und mitunter progressiv anmutendem Songwriting. Der Opener „Black Unicorn“ zum Beispiel ruft gleich zu Beginn wohlige Erinnerungen an sehr frühe PINK FLOYD wach, bevor der typische, gleichzeitig warme und dabei doch durchaus nordisch-schroffe SAHG-Sound die Oberhand gewinnt und das Blut in Wallung bringt, ohne dabei die beinahe sanfte Melodie des Songs zu unterdrücken. „Devilspeed“ addiert eine gute Portion Wut und kann mit furiosem Gitarrenspiel und komplexer Rhythmik überzeugen. MASTODON lassen allerherzlichst grüßen. Das heavy und schwerfällig stampfende „Sanctimony“ ufert beinahe episch aus und das ruhige „(Praise The) Electric Sun“ glänzt mit einer spürbar knisternden, unerhörten Intensität, ebenso wie das latent bösartige, mit nordischen Folk-Elementen durchsetzte „Blood of Oceans“. Trotz dieser Vielfalt der Einflüsse klingt „Memento Mori“ absolut rund und vor allem immer unverkennbar nach SAHG. Der sprichwörtliche rote Faden ist dick und reißfest wie ein Stahlseil, gespannt über einen Fjord, auf dem man bequem herumlaufen und den Ausblick auf den weiten (musikalischen) Horizont genießen kann.

SAHG präsentieren sich anno 2016 in Bestform und setzen mit „Memento Mori“ einen Monolith von Album in die Landschaft, der mit herrlich grimmigem Unterton Songperlen intoniert, für die nicht nur so manche Prog-Band ihre Seele verkaufen würde. Mag es als Beispiel dafür dienen, was gestandene Musiker erschaffen können, wenn sie keine Genre-Scheuklappen tragen: Große, zeitlose Kunst!

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Sahg 'Memento Mori' Tracklist
1. Black Unicorn Button MP3 bestellen
2. Devilspeed Button MP3 bestellen
3. Take It To The Grave Button MP3 bestellen
4. Silence The Machines Button MP3 bestellen
5. Sanctimony Button MP3 bestellen
6. (Praise The) Electric Sun Button MP3 bestellen
7. Travellers Of Space And Light Button MP3 bestellen
8. Blood Of Oceans Button MP3 bestellen
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