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SALTATIO MORTIS - Des Königs Henker

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Saltatio-Mortis-Des-Koenigs-Henker.jpg
Artist SALTATIO MORTIS
Title Des Königs Henker
Homepage SALTATIO MORTIS
Label NAPALM RECORDS
Veröffentlichung 29.08.2005
Leserbewertung
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6.3/10 (11 Bewertungen)

Dudelsäcke sind etwas für Vorvorgestrige. Das haben wir schon lange gewußt – und dennoch eifrig die Alben eben dieser Vorvorgestrigen gekauft, wenn sie ihre quietschenden Freunde ordentlich altertümlich zu handhaben wußten. Inzwischen scheint der Reiz des Alten allenthalben aus Gründen der Reizüberflutung nachzulassen. Zumindest kann man beim Betrachten der aktuellen Veröffentlichungen aus der Irgendwie-Mittelalterlich-Ecke den Eindruck bekommen. IN EXTREMO versuchen sich neuerdings an einer Symbiose aus Punk, Gröhl-Mit-Mittelalter und RAMMSTEIN-Flair, SUBWAY TO SALLY haben sich schon lange auf den Weg zum Alternative Rock begeben. Die sieben Jungens von SALTATIO MORTIS bemühen sich jetzt offenbar, diesen Trend nicht zu verpassen. Ihr neues Studio-Album „Des Königs Henker“ ist eine Produktion der „rockigen“ Version ihrer Selbst und erinnert nur gelegentlich an die akustische Mittelaltermarkt-Combo, die SALTATIO ganz nebenbei auch noch denkmalpflegerisch darstellen.

13 neue Tracks harren dem potentiellen Zuhörerohr. Ja, auch hier werden neben krachenden Gitarren und einer fleißigen Rhythmusgruppe brav Sackpfeifen, Flöten und auch mal das Leierchen eingesetzt. Auch dieses Album hängt sich durch Anleihen bei der Carmina Burana an das trotz allem tüchtige Zugpferd des berühmten düstren Zeitalters. Gelegentlich ist auch der wunderschöne Satzgesang von Alea, Dominor, Falk und Ungemach dem Missgestimmten zu hören („Vergiss mein nicht“). Diese Farbtupfer sind das Salz in der Suppe von „Des Königs Henker“. Aber das Ergebnis dieser Mischtechnik klingt, als habe man sich nicht zu einem konsequenten Schnitt, einem wirklich neuen Sound durchringen können. „Des Henkers König“ ist auf halbem Weg zu populär-metallischem Rock steckengeblieben. Ein bißchen Goth, ein bißchen Punk, halb DER FLUCH, halb Walther von der Vogelweide. Schon bei den ersten beiden Stücken, „Des Königs Henker“ und „Salz der Erde“, drängt sich die Frage auf: Alea, warum bist du so heiser? Warum raunst und schreist du, wo du doch erwiesenermaßen singen könntest? Das verstehe, wer will. Texte wie in „Tote Augen“: „Mir ist kalt / Die Welt ist grau / Noch gestern war der Himmel blau“ sind vor allem eines: langweilig! Andererseits ist die Gitarrenarbeit von Dominor und Ungemach in Songs wie dem überraschend harten „Rette mich“, „Mondlicht“ und „Für Dich“ bewundernswert: Solide rockend, unnachgiebig und bei voller Lautstärke der Stereoanlage wirklich mitreißend. Das macht Spaß. Auch die Bläserintermezzi gelingen uneingeschränkt.

Das beste Stück dieser Platte ist eindeutig „Ecce Gratum“, eben gerade, weil es nicht durch die Aktualisierungs-Mangel gedreht wurde. Doch schon in „Keines Herren Knecht“, Track 10, sinkt das Album wieder auf Mittelmaß hinab. Live werden SALTATIO MORTIS diese Songs mit ihrer charmanten Bühnenpräsenz sicher allesamt zum Leben erwecken und unterhaltsam interpretieren. Das Album selbst ist allerdings nur für Fans ernsthaft zu empfehlen.

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Saltatio Mortis 'Des Königs Henker' Tracklist
1. Des Königs Henker
2. Salz der Erde Button MP3 bestellen
3. Rette mich Button MP3 bestellen
4. Verführer
5. Vergiss mein nicht Button MP3 bestellen
6. Tote Augen
7. Tritt ein Button MP3 bestellen
8. Mondlicht Button MP3 bestellen
9. Ecce gratum Button MP3 bestellen
10. Keines Herren Knecht Button MP3 bestellen
11. Für Dich
12. Die Hoffnung stirbt zuletzt
13. Equinox - Bonustrack
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