Terrorverlag > Blog > SAN FERMIN > Belong

Band Filter

SAN FERMIN - Belong

VN:F [1.9.22_1171]
SAN FERMIN
Artist SAN FERMIN
Title Belong
Homepage SAN FERMIN
Label DOWNTOWN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Mastermind bei SAN FERMIN ist Ellis Ludwig-Leone, der bereits im zarten Alter von acht Jahren anfing, Musik zu machen und später an der Yale University Komposition studierte. Ansonsten hält sich der Mann, der auf seinem dritten Album „Belong“ erstmals seine Angstzustände thematisiert, eher an seinen Keys im Hintergrund und überlässt das Rampenlicht den Leadsängern Charlene Kaye und Allen Tate. Komplettiert wird das Team von John Brandon an der Trompete, Saxofonist Stephen Chen, Violinistin Rebekah Durham, Drummer Michael Hanf und den beiden Gitarristen Tyler McDiarmid und Aki Ishiguro. Live dürfte also auf der Bühne einiges los sein, aber auch via Konservenkost sorgt die Mannschaft für reichlich Abwechslung.

Mit viel Detailverliebtheit präsentierten SAN FERMIN einen opulenten Kammer-Pop, der mit „Open“ hymnisch beginnt und mit dank des rhythmusbetonten „Bride“ seine Fortsetzung findet. „Oceanica“ groovt sich tiefenentspannt ins Ohr, ehe das subtil-finstere „August“ übernimmt und das hoffnungsvolle „Better Company“ beschwingt weiter macht. Das hypnotische „No Promises“ ist ein schimmerndes Pop-Opus über die Angst, die zu enttäuschen, die einem vertrauen, während es im nachdenklichen Titeltrack „Belong“ um das Gefühl geht, verliebt zu sein und gleichzeitig realisieren zu müssen, dass man nicht seine gesamte Zeit mit der geliebten Person verbringen kann. „Bones“ präsentiert sich in der Folge ein wenig vertrackter, wohingegen „Dead“ die Streicher mit viel Wumms in den Mittelpunkt rückt. Elektronische Versatzstücke zeichnen unterdessen „Perfume“ aus, bevor „Cairo“ mit temperamentvollen Melodien auf den Dancefloor lockt. „Palisades/Storm“ zählt zu den verspielteren Vertretern der Platte, die schließlich mit dem wohlig-warmen „Happiness Will Ruin This Place“ ans Lagerfeuer bittet.

SAN FERMIN verstehen sich bestens darauf, unterschiedlichste Stimmungen hinaufzubeschwören und die instrumentalen Möglichkeiten auszuloten. Auch das stimmliche Zusammenspiel kann sich hören lassen. So ist mit „Belong“ eine variationsreiche Langrille entstanden, die keine Langeweile aufkommen lässt und von der Spielfreude und den handwerklichen Fertigkeiten ihrer Protagonisten kündet. Trotz des nicht eben leichtfüßigen Themas „Angst“ ist das Album zudem weit entfernt von jeder erdrückenden Schwermut und Depression.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu SAN FERMIN