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SARUMAN - Ride on the Darkside

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Artist SARUMAN
Title Ride on the Darkside
Homepage SARUMAN
Label BLACK ATTAKK
Veröffentlichung 16.11.1989
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Es ist schon merkwürdig, dass an der Oberfläche des Metal eine bedauernswerte Uniformität vorherrscht, die den Kritikern und Lästermäulern eine willkommene Angriffsfläche bietet, während im gerade im vermeintlich düsteren und primitiven Untergrund Musik in den schillerndsten Farben und faszinierendsten Formen entsteht. Auch SARUMAN ist es gelungen, sich eine ganz eigene und eindeutig erkennbare Nische zu schaffen, verankert in einer deutlich zu Tage tretenden Tradition und mit dennoch klar identifizierbaren individuellen Spielarten – durchaus kein geringes Verdienst!

Die genannte Tradition ist Death Metal klassischer Prägung mit wahnwitzig bratzenden Gitarren, sich beinahe überschlagendem, doch stets variablem Schlagzeug und abgründigen Vocals, die aber nicht verfremdet, sondern clean und somit weitgehend verständlich daherkommen. Dass es dabei nicht um das Glück der Jugend oder die heilende Kraft der Liebe geht, dürfte sich von selbst verstehen – Titel wie „Take the Razorblade“ oder „Endless Winter“ sprechen diesbezüglich Bände. Doch hat „Ride on the Darkside“ mehr zu bieten als das Wiederkäuen altbekannter Ingredienzen auf hohem Niveau, denn durch den Einsatz eines weit vorne in den Mix integrierten Cellos gelingt der Band der Brückenschlag zu Gothic und Doom, ohne dabei in einen willkürlichen Cross-Over zu verfallen. So wird den Streichern nicht nur wie in dem zweiminütigen Intro „The Dragonslayer“ an der Seite von einem erfreulich milde verhallten Klavier eine Aufgabe für ruhige Zwischenteile zugeteilt, sondern eine tragende Rolle im Zusammenspiel mit den mächtigen Riffs oder, forsch gebürstet, als Unterstützung für die ohnehin schon gnadenlose Rhythmusfraktion. Auch werden die Stücke immer wieder durch kurze Referenzen an andere Genres aufgelockert – groovender Thrash und furioser Grind inklusive. Was diesem Album aber dann den Weg direkt an die Spitze verstellt, sind die unnötigen und störenden Dissonanzen bei verschiedenen Cellopassagen – das sind leider keine spannungsgeladenen Avantgardeharmonien, sondern irritierend falsche Töne und da hätte man sich bei allem Rebellengehabe doch etwas mehr Aufmerksamkeit beim Musikunterricht gewünscht.

Bei aller notwendigen Nörgelei: Die guten Momente sind eindeutig in der Überzahl und man darf ehrlich dankbar sein für eine derart aus dem Einheitsbrei hervorstechende Veröffentlichung. Ein Ritt durch die dunkle Seite, aber voller Lichtblicke.

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Metallica 'Ride on the Darkside' Tracklist
1. Fight Fire With Fire
2. Ride The Lightning
3. For Whom The Bell Tolls
4. Fade to black
5. Trapped Under Ice
6. Escape
7. Creeping Death
8. The Call Of Ktulu
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