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SAXON - The Saxon Chronicles (DVD)

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Artist SAXON
Title The Saxon Chronicles (DVD)
Homepage SAXON
Label SPV
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Nach beinahe 25 Dienstjahren darf jede Band stolz auf sich sein. Sogar SAXON, die sich in dieser langen Zeitspanne mehr als nur einen modischen und musikalischen Fehltritt erlaubt haben und mit verantwortlich waren für den Hairspraymetal und einige der gröbsten Verirrungen und Verwirrungen der Rockgeschichte. Was jedoch ganz besonders auffällt beim Betrachten dieser Doppel-DVD ist die Aufrichtigkeit, mit der sie jede Etappe ihres Werdegangs verteidigen – selbst wenn es nicht immer so aussieht, war das alles stets ernst gemeint – und mit ihren aktuellen Alben seit dem Ende der 90’er Jahre hat sich die Band noch einmal auf bemerkenswerte Art und Weise neu erfunden und härtere Einflüsse scheinbar mühelos in ihren Sound integriert.

Davon tut nun insbesondere das für diese Veröffentlichung zentrale Konzert beim Wacken Open Air 2001 Kunde, bei dem sich die Band durch ihren gesamten Katalog spielt und dabei tatsächlich kaum ein Album auslässt. Der Unterschied zwischen einem pekuniär motivierten Comeback von inzwischen als Sachbearbeitern bei einer Versicherung beschäftigten Spiessbürgern und einer Truppe, die beinahe ununterbrochen jedes Jahr ihrer Geschichte mit einer Langspielplatte auf den Plan getreten ist und auch die Kette von Livekonzerten nie hat abreissen lassen, sticht einem sofort ins Auge: Nie klang die Band frischer, aggressiver und hungriger – was für ein Triumph! Vom klassischen Hardrock von „Motorcycle Man“ über den AC/DC Bluesboogey von „Solid Ball of Rock“ hin zu allen grossen Favoriten, „Princess of the Night“, „Wheels of Steel“ und der Ode an die Fans „Denim & Leather“ spielen sich SAXON fehlerlos durch ein Greatest Hit-Set, dass gar nicht antiquiert, sondern gänzlich unverbraucht wirkt – mit Ausnahme des wenig inspirierenden Drumsolos in der Mitte vom ansonsten mitreissenden „Conquistador“ und den viel zu langen aber obligatorischen Mitsinganimationen im Finale. Als Bonus zum Konzert gibt es dann eine Reihe recht unterschiedlich interessanter Extras. Das Interview mit Sänger Biff ist kurz und bietet keine neuen Erkenntnisse, man müsse sich selbst treu bleiben und die Fans seien das Wichtigste – nun denn. 8 Clips dokumentieren für den Fan unverzichtbar, dass SAXON heute tatsächlich noch so aussehen wie damals und dass die „Ästhetik“ der 80’er Jahre Videos auch an ihnen nicht vorbeigegangen ist – man sehe sich hierzu den „In the Air Tonight“-Verschnitt von „Nightmare“ an. Enttäuschend hingegen der halbstündige „Saxon on Tour“-Mitschnitt, der nicht mehr bietet als ein paar wacklige Camcorderbilder und dann, unmotiviert noch drangehängt, drei Livesongs, die man aber schon besser vom Wacken kennt.

Auch wenn bei den Bonusfeatures etwas gespart wurde, wird nicht nur der beinharte Fan hier fündig werden. Es ist traurig, dass es inzwischen wieder okay ist, alles was damals scheisse aussah und klang, wieder gut zu finden, denn in diese Kategorie gehören SAXON auf keinen Fall. Wenn Biff bekannt gibt, dass das Ende der Band in den Sternen steht, erscheint das nur als folgerichtig. Der Adler ist noch lange nicht gelandet.

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