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SCHWARZBLUT - Idisi

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Schwarzblut-Idisi
Artist SCHWARZBLUT
Title Idisi
Homepage SCHWARZBLUT
Label ALFA MATRIX
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Ende April wird das nunmehr vierte Studioalbum der qualitativ hochwertigen, aber leider immer noch nicht sehr bekannten Darkwave-Formation SCHWARZBLUT namens “Idisi” erscheinen. Nach einigen Tourneen, EPs und den drei vorangegangenen Longplayern setzt man den bandeigenen Stil als Mischung aus Filmmusik (“Ghequetst”) und Elektrowave (“Ghaselen des Dschalal”) fort. Als weitere Einflüsse zu nennen sicherlich BLUTENGEL (“Eiris sâzun idisi”) , MANTUS (“Die Zeit geht nicht”) , L’ÂME IMORTELLE (“Lied der Freiheit”) oder auch Alexander Horns Musik (“Das Palästinalied”/ “In mınne sınne”). Herausgekommen sind 17 Tracks, von denen uns 10 für diese Rezension vorlagen. 

Gegründet wurde SCHWARZBLUT anno 2007 als “Die goetheanistische Tonkunstgesellschaft Schwarzblut”. Man bedient sich früh- & hochmittelalterlicher Literatur, der deutschen Klassik (Goethe & Schiller), Romantik (Wagner), lateinischer Texte, der deutschen Sprache diverser Epochen – nebst Werkrezeption und Autoren, soweit sie bekannt sind bei solch „alten“ Texten. So ist zum Beispiel das Quasi-Titelstück der Beginn des ersten Merseburger Zauberspruches: “Eiris sâzun idisi, sâzun, hêra duoder. (A1; C2) suma haft heftidun, suma heri lêzidun (C1; C2)” – in Neuhochdeutsch: “Einstmals setzten sich Frauen, setzten sich hierhin und dorthin” [...], zitiert nach Jacob Grimm aus der Handschrift des Domkapitels zu Merseburg, vermutlich aus dem 9. Jh. n.Chr. geschrieben (Merseburg, Domstiftsbibliothek, Codex 136, folium 85r). Es handelt sich dabei um einen der ältesten Texte in deutscher Sprache, die erhalten geblieben sind.

Dementsprechend sind die Texte auf “Idisi” (Ahd.: Idisi – Nhd.: Disen – germanische Vegetationsgöttinnen) viersprachig gehalten – zu nennen Latein, Frühneuhoch-, Mittelhoch- und Althochdeutsch. Man befasst sich intensiv mit Ausdruck, Œuvre und Stil der besagten Literatur- & Musikepochen und das hört man den schwarzblutigen Disen auch deutlich an. Also im Grunde genau das richtige für den Freizeit-Germanisten, Literaturwissenschaftler und Historiker, der diese Zeilen hier schrieb!

Wen die musikalische Bearbeitung der alten Texte reizt, sollte sich “Idisi” anhören. Und wer auf „Pseudo“mittelaltermucke, frühneuzeitliche Instrumente wie Fidel, Leier, Wechselgesang, Arabesquen, Schlagwerk in Kombination mit Elektrodarkwave steht, wird seine strahlend helle Freude an dem jüngsten Werk der “goetheanistischen Tonkunstgesellschaft Schwarzblut” haben!

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