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SENEX - Exulansis

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Senex-Exulansis
Artist SENEX
Title Exulansis
Homepage SENEX
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

In der schönen hessischen Stadt Marburg haben sich fünf Charakterköpfe zum Projekt SENEX zusammengeschlossen, und entgegen der Wortbedeutung haben wir es hier nicht mit fünf alten Männern zu tun, die es noch einmal wissen wollen, sondern mit jungen, ambitionierten Musikern, die am 10.10.2015 mit “Exulansis” ihr Debüt vorlegten. Das Werk ist bis zur Pressung ausschließlich in Eigenproduktion entstanden und besteht zu 99 % aus Herzblut, Schweiß, Nerven, Hirnschmalz mächtig Bock, feinen Ideen und – jawoll, man hört’s – Liebe! Nach eigener Aussage haben wir es hier mit “Groovy Stoner Metal” zu tun und tatsächlich ist “Exulansis” eher schwer in eine Tüte zu tüten, präsentiert sich als Crossover-Scheibe mit deutlichen Anleihen aus so manchem Bereich.

Auch Samples sind Bestandteil des Konzepts und dienen bereits im Intro dazu, eine Basisstimmung fürs Folgende zu schaffen, um sich dann beim späteren “Godless World” – das sich übrigens auch durch großartige Gitarrenakzente auszeichnet – zu maßgeblichen Parts aufzuschwingen. Überhaupt muss man über “Exulansis” schreiben, dass wir ein Album hören, das sich mit fortgeschrittenem Titelzähler aufbaut und seine Zeit, möglicherweise auch mehrere Durchläufe braucht: “Into The Void” und “Decorum, Decorum” liefern zunächst breite, tragende Riffs, womit hier auch gleich klar ist, welche Elemente das Grundgerüst für “Exulansis” insgesamt bilden, die Richtung ist da. Richtig groovy wird’s schon mit “Jeffrey James”, Spaß kommt auf und setzt sich bei “Headstoned” fort, das noch einen Tick mehr nach vorne will – erwähnt seien hier vor allem die Gitarre zwischendurch, das bis ins Mark gehende Gekreische zum Schluss. Die nächste Stufe erklimmt man dann mit “The Pain In Your Eyes” und bei “Perverted Progression” wieder die nächste, der Kopf bewegt sich mal heftiger, mal andächtiger und auch der Gesang verdient hier Lob. Mit jedem Titel werden SENEX auf “Exulansis” kreativer, die Zusammenstellung funktioniert und vermittelt das Gefühl einer sich entfaltenden Bandbreite. “Shut Us Up” kommt kraftvoll daher, lässt aber subjektiv ein bisschen Druck vermissen; der Ausgleich folgt aber mit dem oben schon angeführten “Godless World”, das sofort ins Herz derer geht, die Melodien lieben und ein Hochgefühl erzeugt. Den runden Abschluss bilden “What I Am” sowie “Sharp Knives, Dull Mind” mit schön dreckiger Stimme, feisten Gitarren und einem tollen Zusammenspiel aus Schlagzeug und Bass, die ohnehin über das ganze Werk eine wichtige Einheit bilden – so gehört sich das.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass ich die Band persönlich kenne und daher wohl etwas befangen urteile, dennoch möchte ich “Exulansis” als gelungen bewerten. Sicher ist noch viel Luft nach oben, SENEX zeigen aber viel Potenzial und haben ein – besonders vor dem Hintergrund der Produktionsumstände und der Tatsache, dass es sich um das Debüt handelt – durchaus beachtliches Album geschaffen, das sich hören lassen kann. Da geht noch was!

1 Kommentar

  1. Roland May sagt:

    Ich hatte das Vergnügen die Jungs beim proben zu hören als mein Enkel Klavierunterricht hatte. Was ich da gehört habe hat mir schon sehr gut gefallen. Leider war das zu spät um auf die Releaseshow u gehen. Sehr vielversprechend.

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