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SIGUR RÓS - Takk…

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Sigur-Ros-Takk.jpg
Artist SIGUR RÓS
Title Takk…
Homepage SIGUR RÓS
Label EMI
Veröffentlichung 09.09.2005
Leserbewertung
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7.9/10 (31 Bewertungen)

Über SIGUR RÓS dürfte man eigentlich gar nicht schreiben. Zu profan die Worte, welche den Sound der Isländer auch nur einigermaßen einfangen könnten. Da aber immer noch zu viele unwissend durch diese Welt stapfen, möchte ich der geneigten Leserschaft den neuesten Nordmann-Output ans Herz legen, der ganz unprosaisch „Danke“ (= Takk) getauft wurde. Eine Weiterentwicklung gegenüber dem namenlosen Vorgänger, auch Songtitel gibt es jetzt wieder, natürlich allesamt in ihrer überaus mysteriös wirkenden Heimatsprache. Dass die Scheibe über 60 Minuten läuft und in einer überaus noblen Verpackung daherkommt, versteht sich fast von selbst. Lediglich ein Booklet fehlt, aber Selbstdarstellung war noch nie der Musiker Streben.

War der mittlerweile 3 Jahre alte Vorgänger eine Lehrstunde in Sachen Melancholie, voller orchestraler Schwärze, orientiert man sich nun wieder am „Agaetis Byrjun“-Meisterwerk, das ja gerüchteweise sogar Außerirdische komponiert haben sollen. Das bedeutet luftigere, fröhlichere Arrangements, Lichtstrahlen auf Gottes ansonsten doch recht kargem Acker. Jón Thór Birgisson, seines Zeichens Sänger und Gitarrist, erschafft mit seiner Kopfstimme (?!) eine unnachahmliche Atmosphäre, ein Engel über Reykjavik? Beschwörend wie ein Schamane, mal leidenschaftlich und mal klagend, legen sich seine Vocals wie ein weiteres Instrument auf die fast mystisch zu nennenden Klänge. So mystisch wie es die Sprache „Isländisch“ ohnehin schon ist, an dieser Stelle wird dann auch immer unsere Lieblingsverschrobene BJÖRK ins Spiel gebracht. Wie ANATHEMA von Elfen interpretiert, wie U2 ansatzweise zu „Joshua Tree“-Zeiten, so packen uns die Wechselbäder der Gefühle, wenn lange Spannungsbögen die Zeit vergessen machen. Dabei hat man durchaus ein paar Überraschungen im Gepäck: Da gibt es gleich zu Anfang einen fast militärisch zu nennenden Grundrhythmus, bei „Sé lest“ spielt eine bayrische Blaskapelle auf, und die Drumloops regieren beim simpel benamsten „Gong“. Der Übersong für mich ist aber das überaus dynamische „Milanó“, wo man ansatzweise auch mal richtig rockt.

SIGUR RÓS geben sich keine Blöße und musizieren weiterhin in ihrer eigenen Liga. Ob man nun eher ihre Schwärze oder Helligkeit schätzen mag, ändert nichts daran, dass auch „Takk…“ wieder zu den absoluten Ausnahmealben einer an Höhepunkten armen Zeit zählt. Irgendwer schrieb: „Dieses Album zu hören ist wie ein Blow Job von Gott.“ Nicht mal das ist in diesem Zusammenhang Blasphemie. Danke!

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Sigur Ros 'Takk...' Tracklist
1. Takk...
2. Glösöli
3. Hoppipolka
4. Med blötnasir
5. Sé lest
6. Saglépur
7. Milanó
8. Gong
9. Andvari
10. Suohljött
11. Hey Sátan
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