Terrorverlag > Blog > SILENCE > Vain – a tribute to a Ghost

Band Filter

SILENCE - Vain – a tribute to a Ghost

VN:F [1.9.22_1171]
Silence-Vain.jpg
Artist SILENCE
Title Vain – a tribute to a Ghost
Homepage SILENCE
Label CHROM RECORDS/ MATRIX MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Spätestens seit der EU Osterweiterung wächst in Europa zusammen, was zusammen gehört. Schöne neue Welt ohne Grenzen. Nur wenn es um das Thema Musik geht, scheint sich der längst vergessene Schatten des Eisernen Vorhangs plötzlich zu materialisieren. Allem Anschein nach, wird der Kalte Krieg im Showbiz weitergeführt. Ob mit KARL MOIK, SCOOTER oder SARAH CONNOR, die ehemaligen Warschauer Pakt Staaten werden seit geraumer Zeit mit den übelsten deutschen Musikexportschlagern bombardiert. Zurückgeschossen wurde selten, dafür aber mit höchster Grausamkeit (man möge sich an den neusten Coup der Rumänen mit HAJDUCI und O-ZONE erinnern). Sonst drang aus dem Osten ganz wenig durch. Fast könnte man meinen, dass Litauen, Polen, Slowakei und Co den anspruchsvolleren westlichen Musikkonsumenten nichts zu bieten hätten. Und tatsächlich, nur der EU Neuankömmling Slowenien kann bereits seit über einer Dekade mit Stolz auf den internationalen Erfolg der Band LAIBACH zurückblicken. Und, Zufall, oder nicht, aus demselben Land kommt der nächste Lichtblick in Sachen Musik jenseits der Klingeltoncharts.

Schon seit 1997 wurde das slowenische Duo SILENCE, wenigstens unter DEINE LAKAIEN Fans, als Geheimtipp gehandelt. Damals nahm der Labelchef von Chrom Records die junge Band unter Vertrag und veröffentlichte in Deutschland das vielbeachtete Debütalbum „Ma Non Troppo“. Im Laufe der Jahre wurden SILENCE in ihrem Heimatland immer größer und veröffentlichen außer regulären Studioalben auch Film- und Theatermusik. Das Duo kollaborierte mit dem LAKAIEN Mastermind ERNST HORN und konnte PETER PENKO, der bereits mit LAIBACH gearbeitet hat, als Produzenten gewinnen. Auch auf dem neuen SILENCE Album ist in einem Stück die 80er Jahre Ikone ANNE CLARK zu hören.
„Vain, a Tribute to a Ghost“ ist ein Konzeptalbum. Es erzählt aus den Tagebüchern des unter mysteriösen Umständen verstorbenen slowenischen Künstlers Matej Smolnik a.k.a. Vain. Bereits vor einigen Jahren wurde, ein wenig nach dem Blair Witch Project Prinzip, die Seite www.vaintribute.com eingerichtet, die die Lebensgeschichte des imaginären Künstlers und seinem (ebenfalls imaginären) geistlichen Nachlass bewahren soll. SILENCE behaupten schlicht, diesen Nachlass zu Liedern verarbeitet zu haben. Herausgekommen ist ein kleines Juwel, das, man möge mir die äußerst schreckliche Platitude verzeihen, perfekt zu der trüben Jahreszeit passt.

Dem grandiosen, trippoppigen, fast jazzigen Opener „Skin“ folgt „Hall of Mirrors“ – die Coverversion von KRAFTWERKs „Spiegelsaal“. Musikalisch gesehen eine Riesenüberraschung, nicht nur für ANNE CLARK Fans. Der nächste Höhepunkt: „Belief“, wo die gelungene Symbiose von Elektronik und akustischen Elementen deutlich hörbar wird. Die exotischen Klänge wurden übrigens tatsächlich von original alt-japanischen Instrumenten erzeugt. Der Ohrwurm „Someone Else’s Song“ hat wahrscheinlich das größte Hitpotential und gehört auch zu meinen absoluten Favoriten. Ebenso wunderschön: die stimmungsvollen „Surrender“ und „She Alone“, welche die geniale Stimme von Boris Benko besonders gut zu Geltung bringen. „Vain, a Tribute to a Ghost“ bietet auch Platz für zwei instrumentale Stücke. Das fulminante „The Rise and Fall of the American Empire“ ist fast zu schade, um nur ein kurzer Luckenfüller zwischen zwei Liedern zu sein. „The Murder“ erzählt dagegen eindrucksvoll, ohne ein Wort Gesang, in knapp 5 Minuten eine Geschichte aus dem tiefsten Orient. Wer es nicht glaubt, soll selber reinhören. Das letzte Albumstück: die Akustikversion von „Runalong“ zeigt nochmals deutlich das große musikalische Können von Primoz Hladnik , hier am Klavier und Boris Benko am Gesang.

„Vain“ ist ein grandioses, unglaublich gut produziertes Album. Es ist hypnotisch und düster, aber auch triphoppig und ja, eigentlich poppig, was an dieser Stelle nicht als Nachteil verstanden werden soll. Für mich definitiv bis dato das Beste, was ich 2004 zu hören gekriegt habe.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

'Vain - a tribute to a Ghost' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 0,01 Online bestellen
Amazon MP3 Downloads Amazon MP3 Downloads - € 7,99 Online bestellen
SILENCE - Weitere Rezensionen

Mehr zu SILENCE