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SINÉAD O’CONNOR - Throw down your arms

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Artist SINÉAD O’CONNOR
Title Throw down your arms
Homepage SINÉAD O’CONNOR
Label MINISTRY OF SOUND
Veröffentlichung 01.02.2010
Leserbewertung
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1990 – ein Schicksalsjahr in meinem Leben, und so erinnere ich mich noch genau daran, wie eine glatzköpfige Frau dermaßen herzzerreißend das von PRINCE geschriebene „Nothing compares 2 U“ in die Kamera heult, dass auch vor dem Bildschirm kein Auge trocken bleiben konnte.

SINÉAD O’CONNOR – die Jeanne d’Arc unserer Zeit (Spiegel) machte fortan nicht nur durch ihre beeindruckende Stimme auf sich aufmerksam. Sie lehnte 4 Grammy Awards ab, zerriss ein Papstfoto vor laufender Kamera, machte eher als IRA-Sympathisantin denn aufgrund ihrer weiteren Alben von sich reden. 1999 lässt sie sich von einem rebellischen Priester des Tridentiner-Ordens in Lourdes zur Priesterin weihen, ein Jahr später outet sie sich als lesbisch. 2003 verkündet sie ihren Ausstieg aus dem Musikbusiness und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Und nun also doch ein neues Lebenszeichen. Und ein ganz anderes als ich es erwartet hätte, auch wenn man bei näherer Betrachtung ihrer Bio schon eine gewisse Reggae-Affinität entdeckt. Denn auf ihrem neuen Album „Throw down your arms“ erklingen Jamaikanische Roots Reggae Songs der 70er und 80er Jahre, die ihr in den letzten Jahren als Ausgleich dienten und stark verwurzelt in der Religion sind. (Was dann vielleicht auch das Foto auf dem Cover erklärt). Für die Aufnahme des Albums ging sie extra nach Jamaika, Sly und Robbie (mit denen sie nun auch live auf Tour ist) übernahmen die Produktion und viele Musiker, die schon bei den Originalaufnahmen der Titel dabei waren, sorgten für den authentischen Sound. Und so bekommt man hier auch keinen „Heile-Welt-Bacardi-Schönheiten“-Reggae auf die Ohren, sondern einen Einblick in die Welt der Rastafari. Die Texte erzählen von Liebe, Armut, Herkunft, sie sind gesellschaftskritisch und religiös geprägt. Jedes Lied erzählt seine eigene Geschichte. So geht es in „Marcus Garvey“ um den ersten Propheten des Rastafarisnismus, dessen Befreiungsbewegung auch sehr die Arbeit von BURNING SPEAR beeinflusste, dessen Song „Door peep“ sich anschließt. „Y mas gan“ von THE ABYSSINIANS wurde im Original teilweise in einer alten äthiopischen Sprache gesungen, dem Amharischen, die heilige Sprache der Rastafari. Titel von Legenden wie BOB MARLEY („War“) oder PETER TOSH („Downpressor Man“) dürfen natürlich nicht fehlen. Musikalisch hält man sich an die klassische Roots-Besetzung, meistens mit Bläserverstärkung. SINÉAD O’CONNOR gibt jedem Titel durch ihre Stimme ihr eigenes Gesicht, mal energiegeladen, positiv, entspannt, mal emotional, lasziv flüsternd, kurz darauf wieder herausfordernd und man spürt ihre tiefe Verbundenheit zu den einzelnen Stücken (so tanzte sie z.B. nach ihrer Priesterweihe zu „Vampire“, im Original von DEVON IRONS).

SINÉAD O’CONNOR – eine polarisierende und wandlungsfähige Musikerin. Nun also eine Liebeserklärung an den Reggae, und auch das nimmt man ihr voll ab. Neben dem normalen Album wird „Throw down you arms“ auch als Doppel-Album mit Dub-Versionen zu jedem Song erscheinen, in der Erstauflage in einem hochwertigen Digi-Pack.

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Sinéad O'Connor 'Throw down your arms' Tracklist
1. Jah Nuh Dead
2. Marcus Garvey
3. Door Peep
4. He Prayed
5. Y Mas Gan
6. Curly Locks
7. Vampire
8. Prophet Has Arise
9. Downpressor Man
10. Throw Down Your Arms
11. Untold Stories
12. War
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