Terrorverlag > Blog > SINGLE MOTHERS > Our Pleasure

Band Filter

SINGLE MOTHERS - Our Pleasure

VN:F [1.9.22_1171]
SINGLE MOTHERS
Artist SINGLE MOTHERS
Title Our Pleasure
Homepage SINGLE MOTHERS
Label BIG SCARY MONSTERS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Mein fünfjähriger Neffe macht sich Sorgen. Um seine Katze Blacky. Die hat nämlich Nachwuchs bekommen und weit und breit kein Vater in Sicht! Was für eine heile Welt, wenn die einzige bekannte alleinerziehende Mutter eine schwarze Hofkatze ist… Heile Welt ist bei der Alternative-Noise-Rock-Kapelle SINGLE MOTHER aus London/Ontario wohl eher nicht angesagt. Seit 2009 macht der Fronter Drew Thomson in wechselnder Besetzung rotzigen Punk unter der Bezeichnung SINGLE MOTHERS und „Our Pleasure“ ist das zweite Album des Kanadiers.

Mit der ersten Single „Undercover“ beginnt die Platte ungebremst und mit voller Wucht. Verbunden ist diese Auskopplung zudem mit scherzhaftem, religiösem Gelaber und der sozialen Betrachtung aus der Perspektive eines Außenstehenden. Das nachfolgende  „High Speed“ ist ein selbstbewusster Paukenschlag und für Thomsons Mom sogar eine gut versteckte Referenz auf „Star Trek: The Next Generation“. Nun gut, Mutti wird’s schon wissen und in letzter Konsequenz lässt ihr Sohnemann sich vermutlich eh nix sagen. Zumindest bedeutet Nachdenklichkeit bei ihm nicht, dass er vom Gas geht, wie „Long Distance“, ein ruppiger Song über seine „Bar-Tage“, in denen es darum ging, sozialen Anschluss zu finden und es zuhauf fundamentale Zusammenbrüche gab, unter Beweis stellt. In diesem Sinne schließt sich auch „A-Ok“ an, während „People Are Pset“ tatsächlich einen Gang zurückschaltet – allerdings nur zu Beginn, dann kehren Drew und seine Mitstreiter im Refrain in ihren lärmenden Schrammel-Modus zurück. Mit wütendem Habitus übernimmt „Bile“, ehe „Leash“ coole Kopfnicker-Sounds hören lässt und „Well-Wisher“ in ungestüme Schreigesang-Gefilde abdriftet. „Rollercoaster“ lässt mit straighten Tonfolgen und übellaunigen Langäxten nichts anbrennen, doch wenn die Pop-Punk-Nummer „Bolt Cutters“ das Finale einläutet, klingen SINGLE MOTHERS fast schon versöhnlich und richtiggehend massenkompatibel.

Als Drew Thomson für die Aufnahmen zu „Our Pleasure“ ins Studio gegangen ist, hatte er eigentlich weder genügend Lieder noch Musiker für eine Langrille am Start. Irgendwie hat sich dann aber das altbekannte Chaos in wertvolle Kreativität mit den richtigen Leuten gewandelt, die es jetzt über eine gute halbe Stunde und zehn Songs mit SINGLE MOTHERS auf die Mütze gibt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu SINGLE MOTHERS