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SISTER DEW - Comrades in Solitude

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Artist SISTER DEW
Title Comrades in Solitude
Homepage SISTER DEW
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.9/10 (18 Bewertungen)

Und am Anfang war doch die Frau…

…und sie hatte 3 Freundinnen und sie trafen sich zum Glück nicht zum Strick-Kränzchen, sondern zum Rocken. Und zwar mit Vollgas. Und nachdem sie das im intimen wie größeren Kreis unter dem Namen SISTER DEW seit 2002 durchziehen, ward nun langsam Zeit fürs CD-Debüt. 10 feine Songs hat das Quartett aus dem Ruhrgebiet dafür ausgewählt, von denen jeder für sich steht, Füllmaterial haben die Damen nicht nötig.

Allen voran Sängerin Olga, deren Stimme mit soviel Kernigkeit und Schmackes gesegnet ist, dass man am Attribut „Frontröhre“ nicht vorbei kommt. Ihr expressives Organ überzeugt in allen Lagen, egal ob sie flüstert oder brüllt, und auch harte Kerle mit Heulbojen-Allergie dürften zu überzeugen sein. Doch auch Annett (Guitar), Susanne (Drums) und Britta (Bass) brauchen sich nicht verstecken und so werden Textzeilen wie „I’m gonna burn this all down“ (aus „Papercut“) zum Programm. Gleich mit dem Opener „Not there“ geht es ordentlich nach vorn, laut und leise, zart und hart wechseln einander nicht nur hier gekonnt ab. „Second Skin“ gefällt mit feinem Harmoniegesang, einer schönen Bridge und dem kraftvollem Ende. Wer sich vorstellen kann, wie HEATHER NOVA klingen würde, wenn sie mal richtig losrocken würde, ist bei „Papercut“ gut aufgehoben und jetzt heißt es Anschnallen, denn mit „Leafletter“ folgt eine richtig geile Powerwalze. Für „Kiss your heart goodbye“ lässt sich das Kleeblatt über 5 Minuten Zeit, bei exzellentem Songwriting, ordentlichen Mitgröhlpassagen und einem fulminanten Endspurt keine Sekunde zuviel. „Deafmachine“ erinnert anfänglich schwer an die von mir verehrten ALL ABOUT EVE, nur dass die Vier einfach nicht lange mit angezogener Handbremse unterwegs seien können – mein Favorit! Das nachfolgende „Kill the night“ gehört zu den „Klassikern“ im Repertoire und fand zu Recht schon Platz auf lokalen Samplern und seinen Weg zum 1Live-Heimatkult. „Suntongue“ gehört ebenfalls zu meinen Favoriten und lässt bei mir Assoziationen zu den CRANBERRIES aufkommen. Nachdem zu „Prince of the Appletreetown“ noch mal die Luftgitarre rausgeholt werden darf, setzt die wunderschöne Ballade „Comrades in solitude“ mit gefühlvoller ENYA-liken Pianountermalung einen Schlusspunkt unter ein rundherum gelungenes Album.

Sicherlich offenbaren sich hier und da noch kleinere Schwächen, sie werden jedoch durch viel Herzblut, Inbrunst und Spielfreude mehr als wettgemacht und machen letztlich den Charme eine Debüts aus, an das manch aalglatt routiniert eingespieltes Nachfolgewerk nicht mehr ranreichen kann. Trotz aller Befangenheit und Solidarität meinerseits (weil auch weiblich und die Mädels meine Heimat rocken): Hätte ich nur ein Fünkchen Talent, selbst Musik zu machen, dann sollte sie genau so klingen wie bei SISTER DEW. Also öffnet Euer Herz, Euren Geldbeutel und Eure Clubs für die Schwestern!

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