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SIVERT HØYEM - Lioness

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SIVERT HØYEM
Artist SIVERT HØYEM
Title Lioness
Homepage SIVERT HØYEM
Label HEKTOR GRAMMOFON
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Okay, ich sag’s gleich mal am Anfang: Über eine Platte von SIVERT HØYEM kann ich vermutlich nicht obbjektiv schreiben. Der Norweger hat mich bereits in den Neunzigern als Teil von MADRUGADA mit seiner einzigartigen Stimme geflasht und seitdem wurde ich nie enttäuscht. Weder mit seiner Konservenkost noch auf der Bühne. Schon zu MADRUGADA-Zeiten hat der 40-jährige auch solo veröffentlicht und zeigte sich bei diesen Gelegenheiten ebenso ausdrucksstark wie im Zusammenspiel mit dem 2007 plötzlich verstorbenden Gitarristen Robert Burås.

Nach dem 2014er „Endless Love“ schenkt uns SIVERT HØYEM mit „Lioness“ zehn weitere großartige Songs, die im besten Sinne wieder gewohnt melancholisch sind und den geneigten Hörer mit in die düstere, stimmungsvolle Nacht nehmen. Angefangen mit dem Opener „Sleepwalking Man“, der mit großem Besteck den Auftakt gibt, bevor „Fool To Your Crown“ mit kraftvollem Schwung übernimmt und der Titeltrack „Lioness“ ein dunkles Timbre duch die Boxen jagt, das nicht ausschließlich von Siverts einmaligem Organ getragen wird, sondern sich auch in der Instrumentierung wiederfindet. Die samtschwarze Ballade „It Belongs To Me“ geht auf direktem Wege zu Herzen und auch das emotionale „My Thieving Heart“, ein poetisches Duett mit Marie Munroe, knackt jede raue Schale. Rhytmusbetont übernimmt das beschwingte „VO.I.D.“, ehe der „The Boss Bossa Nova“ Einzug hält. Wenn auch der Titel temperamentvollen Spaß erwarten lässt, haben wir es hier mit dem dunkelsten und geheimnisvollsten Track der gesamten Langrille zu tun, dem sich „Oh Spider“ mit fast schon falsettartigen Vocals nahtlos anschließt. Wenig später dominieren akustische Gitarren das feinfühlige „The Riviera of Hades“, bevor der Silberling dank „Silences“ mit einem überaus zärtlichen und herzergreifenden Liebeslied endet.

„Lioness“ ist kurz gesagt ein weiterer außerordentlich gelungener Longplayer aus dem Hause HØYEM, den man gar nicht mehr dem CD-Player entnehmen möchte. Als Sahnehäubchen wird der Skandinavier im März wieder auf bundesdeutschen Bühnen zu sehen sein. Ich bin begeistert und werde mir auch den Konzertgenuss bestimmt nicht entgehen lassen! Wer sich jetzt die ganze Zeit schon fragt, von wem ich hier eigentlich schreibe, hat möglicherweise „Occupied – Die Besatzung“ auf Arte gesehen. Den Titelsong zu diesem sehenswerten Politthriller hat SIVERT HØYEM geschrieben…

1 Kommentar

  1. Rieke Radiokopf sagt:

    Hi Uli!

    Danke für diesen schönen Text, ich hatte ja immer so meine Schwierigkeiten mit seinen Solo-Sachen, aber ich bin wieder neugierig geworden! :D

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