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SIVERT HØYEM - Live At Acropolis – Herod Atticus Odeon

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SIVERT HØYEM2
Artist SIVERT HØYEM
Title Live At Acropolis – Herod Atticus Odeon
Homepage SIVERT HØYEM
Label HEKTOR GRAMMOFON
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Mit Live-Alben ist das ja häufig so eine Sache: Können sie wirklich die Atmosphäre eines Konzertes einfangen? Wie ist der Sound? Wirkt die Musik flüssig oder hört man abgehackte Pausen zwischen den Songs? Wenn dann ein von mir überaus geschätzter Künstler wie SIVERT HØYEM einen Live-Mitschnitt veröffentlicht, schwanke ich tatsächlich ein wenig zwischen Hoffen und Bangen. Bereits seit MADRUGADA-Tagen bin ich geflasht von der Musik des Norwegers und beziehe mich damit ausdrücklich auf die Tracks, die er mit MADRUGADA, solo und neuerdings mit seinem jüngsten Projekt PARADISE gemacht hat. Allein mit seiner Stimme weiß der 41-jährige mich seit inzwischen mehr als 20 Jahre zu begeistert.

Fast so lange hegt SIVERT HØYEM bereits den Traum, einmal im 2.000 Jahre alten Herod Atticus Odeon Amphitheater auf der Akropolis ein Konzert zu geben. Manche Wünsche gehen ja tatsächlich in Erfüllung und so trat Sivert am 29.09. und 02.10.2016 mitsamt Band, Streichorchester und Marie Munroe als Special Guest vor mehr als 10.000 Fans auf, die nicht nur eine ganz besondere Kulisse, sondern auch eine großartige Setlist geboten bekamen. Die beiden Shows sind selbstverständlich in Bild und Ton festgehalten worden; die Aufnahmen sind jetzt als Doppel-Live-Album und als Film erschienen. Verfügbar ist das Ganze als limitierte Special Edition auf Vinyl (mit DVD), als Doppel-CD im Digipak mit DVD, als Download und Stream. Gefüllt sind die 100 Minuten Spielzeit mit 16 Schmankerln aus der gesamten Karriere des Musikers, der seit dem MADRUGADA-Debüt „Industrial Silence“ regelmäßig in Griechenland aufgetreten ist und als einer von wenigen (neben u.a. FRANK SINATRA, STING oder auch PAVAROTTI) überhaupt die Erlaubnis bekam, an dieser historischen Stätte zu spielen.

Der Fokus liegt klar auf Stücken aus HØYEMs Solo-Zeiten, aber auch lieb gewonnene Klassiker wie „The Kids Are On High Street“, „What’s On Your Mind“, „Honey Bee“ und „Majesty“ dürfen an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Das starke Piano-Thema im Opener „Lioness“ (vom gleichnamigen 2016er Longplayer) erreicht in dieser Umgebung eine neue Dimension, gefolgt von einer brillanten Interpretation des Songs „Black & Gold“ aus der TV-Serie „Occupied“. Die antiken Ruinen, die schöne Umgebung und nicht zuletzt das enthusiastische Publikum wirken sich ganz klar auf die Spielfreude der Musiker aus. Marie Munroe singt mit dem glatzköpfigen Skandinavier das traumhafte Duett „My Thieving Heart‟. Die Gitarrensounds von Cato Salsa sind während des gesamten Konzerts ein wichtiger Faktor – die Palette reicht von zersausten Klangwänden über subtile melodische Kommentare bis hin zu einem dynamischen Rocksound. „Prisoner of The Road‟  wird in einer starken und schlichten  akustischen Interpretation  gegeben, der  Springsteen/Suicide-Tribute-Song „The  Boss  Bossa  Nova‟  funktioniert  live  ebenso  hervorragend wie als Konservenkost. Die Performance zu „Görlitzer Park‟,  ein Berlin-Porträt, das 2014 auf „Endless Love“ erschienen ist, beinhaltet Siverts Wechsel von der Bühne in die Dunkelheit und verleiht dem Lied so eine besondere Düsternis, die im Gedächtnis bleibt und den Wunsch verstärkt, selbst vor Ort gewesen zu sein.

So lösen sich dann auch mein anfänglichen Zweifel ganz schnell in Wohlgefallen auf, denn „Live At Acropolis – Herod Atticus Odeon“ ist einfach ein großartiges Geschenk an alle SIVERT-HØYEM-Fans. Auch das Streichquartett ist äußerst effektvoll in die Band, bestehend aus den langjährigen Mitstreitern Cato Salsa (Gitarre & Keys) Christer Knutsen (Keys & Gitarre), Øystein Franzvåg (Bass) und Børge Fjordheim (Drums), integriert und unterstreicht den melodischen Aspekt der oftmals schwermütigen Songs auf das Feinste. Hier gibt’s definitiv nichts zu meckern, nur selbst dabei gewesen zu sein, wäre noch grandioser gewesen.

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