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SKINNY PUPPY - The greater wrong of the right – Live (DVD)

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Artist SKINNY PUPPY
Title The greater wrong of the right – Live (DVD)
Homepage SKINNY PUPPY
Label SPV/ SYNTHETIC SYMPHONY
Veröffentlichung 12.09.2005
Leserbewertung
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Rund 15 Jahre nach “Ain´t it dead yet” erscheint mit “The greater wrong of the right – Live” nun die zweite offizielle Liveshow von SKINNY PUPPY. Wo sonst, als in ihrer kanadischen Heimat wurde dieses Ereignis festgehalten. Toronto und Montreal sind die Orte des Geschehens. Warum aber ihre Heimatstadt Vancouver übergangen wurde (wo nicht mal ein Gig stattfand), wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Für das Coverdesign war wie so oft Steven R Gilmore zuständig, der seine morbiden Phantasien bildreich in Szene zu setzen weiß.

DVD 1 enthält auf 110 Minuten einen kompletten Mitschnitt. Hier gleich zu Beginn der einzige Wehrmutstropfen, statt des ursprünglichen Intros dieser Tour “Epilogue”, vernehmen wir eine Rede von George W. Bush, die er am 11.9. gehalten hat. Das wird nicht die einzige Begegnung mit ihm sein, versprochen! In der Folge sehen wir das, was SKINNY PUPPY legendär gemacht hat und noch heute Künstlern wie Trent Reznor oder MARILYN MANSON als ständige Inspirationsquelle dient. Orge inszeniert sich, schreit, besudelt sich mit Blut, trägt die Songs voller Wut vor. Wie schon früher, ist der Rest der Band eher Beiwerk. cEvin hat Rolle und Seite gewechselt, statt wie sonst links an den Drums, nimmt er auf der rechten Seite hinter seinen Synths den Platz ein, den früher Dwayne inne hatte. Es wäre auch nicht angebracht gewesen, hätte ein Bandfremder diesen Part übernommen. An den Drums nun Jason Benett und erstmals durchgängiger Gitarren- und Basseinsatz: William Morrison.

Der Anfang des Sets besteht aus Stücken der “TGWOTR”, während der weitere Verlauf des Konzertes eher einer Zeitreise gleicht. Auf Klassiker wie “Worlock”, “Smothered Hope” und das geniale “Testure” folgen verworrene Stücke á la “Human Disease” oder “Reclamation”, sowie mit “Hexonexxon” ein noch nie performtes Stück. Sehr positiv: Das todgedudelte “Assimilate” wurde wie schon auf dem DOOMSDAY 2000 weggelassen, überrascht hat das Fehlen von “Dig it” und irgendwie hätte ich mir “One time one place” gewünscht. Wie immer bei ihren Konzerten sind die Tracks passend visuell unterstützt, während auf den beiden letzten offiziellen Touren jedoch der Vorliebe für Horror und Splatterfilme gefrönt wurde, sind SKINNY PUPPY auch visuell so politisch subtil geworden wie in vielen ihrer Texte. Jedoch sind sie keine Wanderprediger wie U2, die versuchen eine Welt zu verbessern, die nicht zu ändern ist. Vielmehr lassen sie einen ungefilterten und brutalen “Bildersturm” auf das Auditorium los, aktuelle Geschichte (“Krieg für Öl”) wird beklemmend inszeniert. Exemplarisch dafür ihr Song “VX Gas Attack”. Kurze Sequenzen aus KZs, immer wieder George W. Bush, ein Mob, der Adolf Hitler huldigt, explodierende Nachthimmel über Bagdad und eine Symbolik, die nicht eindeutiger sein könnte: Das Präsidentenwappen, umrahmt mit kleinen Hakenkreuzen und zwei Zapfpistolen. “Tin Omen”, welches vom Aufstand auf dem Platz des himmlischen Friedens in China 1989 handelt, geht auch auf den immer noch schwelenden Konflikt zwischen Japan und China ein (Japan hat in Asien eine ähnliche Vergangenheit wie Deutschland nach dem 2ten Weltkrieg). Immer hochbrisant, teilweise beklemmend, aber sicher nicht für jeden erklärbar und ersichtlich, was mit diesen Bildern ausgedrückt werden soll. Hier denke ich an die Teenies, die auf dem Mera Luna erstmals mit dieser Band in Berührung kommen werden.

DVD 2 wiederum enthält zwei Dokumentationen und zwei Collagen der Touren “Too Dark Park” sowie “Last Rights”. Aber der Reihe nach, wer genauer wissen will, warum so oft der gute George auftaucht und jede Menge Kriegsbilder zu sehen sind, sollte sich die, im investigativen Michael Moore Stil aufgemachten, “Information Warfare”-Bilder zu Gemüte führen, ausführlich wird ein Blick auf die amerikanische Auslandspolitik geworfen. Ob Parallelen zu siebzig Jahre alten Ereignissen nur Zufall sind? Das rund 30 minütige “Eurotrauma” zeigt die Band auf ihrer 88er “Head trauma” Tour durch Europa, viele persönliche Einblicke in das Tourleben und Ausschnitte ihrer Gigs sind zu sehen, die damals von Dwayne R Goettel festgehalten wurden. Einen wahnwitzigen Blick in ihre chaotischste Zeit werfen die beiden Livecollagen. Besonders die der “Too Dark Park” ist geradezu sensationell, außer kurzen Sequenzen auf der “Digital Brap” ist es mir nämlich nicht bekannt, dass diese Tour überhaupt in irgendeiner Form auf Video gebannt wurde. Aber natürlich ist auch der Mitschnitt der “Last Rights” absolut sehenswert. Beide zeigen auch ein wenig, was ich auf der “TGWOTR” Tour vermisst habe, kranke Bühnendekorationen, fast ein lebendig gewordener Alptraum.

Als Fan bleibt einem nur das Fazit: Phänomenal! – Ein komplettes Konzert, rares Material und absolut fette Soundqualität. Kaufen.

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