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SKY’S SHADOW - Fate

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Artist SKY’S SHADOW
Title Fate
Homepage SKY’S SHADOW
Label MOKAMBO MUSIC
Veröffentlichung 01.01.2004
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

Es schien eine ganze Weile so, als sei das einzige Etikett, welches in der Öffentlichkeit einen noch schlechteren Ruf genoss als „Progrock“ der gute alte symphonische Metal sei. Eine Geige aus dem Sampler zuviel, eine ungerade Taktart oder ein Song jenseits der drei-Minutenmarke und man rutschte in Regionen tiefster Verachtung sowie kommerzieller Ächtung ab: So manche Grindcorekapelle überflügelte verkaufstechnisch die tapferen Streiter, so manche Dorfskapelle zog mehr Zuschauer.

Das hat sich in den letzen drei Jahren und maßgeblich dank der Bemühungen der konkurrenzlosen DREAM THEATER und den zum x-ten male wiederauferstandenen MARILLION geändert: Jeder ist jetzt irgendwie ein wenig symphonisch und wenn auch nur im halbminütigen Intro ein einsames Waldhorn bläst. SKY’S SHADOW wären wohl auch gerne Teil des Trends und dürfen als Rechtfertigung immerhin anführen, dass sie bereits seit 1996 dabei sind und mit Andreas Beschöner sogar ein Mitglied in ihren Reihen führen, welches gerne Morton Feldman hört und im Glanze der wagnerschen Götterdämmerung den schönsten Konzertabend verbrachte. Auch die Fotos vor – übrigens leeren – Theatersälen zementieren den Anspruch auf gehobene Unterhaltung, auf Erhabenes und Edles. Nur: Wo diese Ansprüche ihre praktische Erfüllung finden sollen, bleibt unklar. Schon bei dem ersten, „S.O.S.“ bezeichneten Titel, muss man vor textlichem Schmonz, abgeschmacktem Refrain und sogar einem kurzen Schlagzeug-Mitklatsch-Teil kapitulieren und auch bei den meisten anderen Tracks handelt es sich eher um die Art aseptischer AOR-Songs, die in den ach so goldenen 80ern aus jedem Autoradio dudelten. Wenn es denn mal ans Fricklige geht, dann mit einer eben solchen Klassik-Pastiche („Prelude in B-Minor“), die dumpfbackigen Punk-Prolo-Pressefritzen ehemals eine lahmarschige Ausrede gab, so formidable Formationen wie E.L.P. in der Luft zu zerreißen. Wenn es in den lyrics nicht ums Tourleben geht oder darum, wie geile Hengste die Jungs sind, dann um Tiefsinniges wie in der Ballade „Alone“, in welcher Tobias Schaaf zunächst erkennt: „To be alone is sometimes good and sometimes bad“, dann aber zu einem weisen Rat gelangt: „You should be careful that your thoughts won’t get sad“. Musikalisch immerhin eine ordentliche Leistung – überhaupt lässt sich, je länger das Album dauert – eine aufsteigende Kurve erkennen. Erstaunlicherweise wird der Höhepunkt ausgerechnet bei dem ältesten und wohl mit bescheidensten Mitteln realisierten Stück erreicht, dem instrumentalen „Stroke of Fate I“.

Da klingt die Produktion plötzlich dynamisch und druckvoll, vermittelt Energie und Spielfreude. Sicherlich eine viel versprechende Variante für die Zukunft, auch wenn das restliche Material kaum darauf schließen lässt, dass es in eben jene Richtung gehen könnte. Wer spannenden und eigensinnigen Rock sucht, ist zurzeit beim IKARISCHEN ENSEMBLE oder HEARTSCORE jedenfalls weitaus besser aufgehoben.

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Sky's Shadow 'Fate' Tracklist
1. S.O.S.
2. Prelude In B-Minor
3. I Lose My Faith
4. Alone
5. Road Of Music
6. Stroke Of Fate I
7. Interlude
8. Stroke Of Fate II
9. In The Light
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