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SODOM - In War and Pieces

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Sodom-In-War-And-Pieces.jpg
Artist SODOM
Title In War and Pieces
Homepage SODOM
Label SPV
Veröffentlichung 30.11.2010
Leserbewertung
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8.8/10 (4 Bewertungen)

Über vier Jahre nach dem selbstbetitelten Band-Neuzeit-Referenzwerk legt einer der deutschen „The Big 3“, SODOM, mit „In War And Pieces“ den Nachfolger vor. Schon im Vorfeld wurden diverse Highlights bekannt, unter anderem eine Weltklasse-Produktion von Musiker- und Produzentenguru Waldemar Sorychta (GRIP INC, ENEMIES OF THE SUN) sowie nach vielen Jahren wieder ein deutschsprachiger Song, der diesmal dem langjährigen Bandmaskottchen Knarrenheinz gewidmet ist, der im übrigen auch endlich mal wieder in erkennbarer Inkarnation das coole Cover ziert. Inhaltlich geht es in gewohnt ehrlich-kritischer Haltung um Themen wie Arroganz, Habgier, Profilierungssucht, Fanatismus, Korruption, Feigheit und Unterdrückung. Doch was können wir musikalisch vom Thrash-Triumvirat erwarten?

Der Opener und Titeltrack „In War And Pieces“ startet für SODOM Verhältnisse sehr modern, erinnert mit seinem Anfangsbeat und Gitarrenquietschern zeitweise gar an MACHINE HEAD, was allerdings schnell durch die Vocals von Tom Angelripper relativiert wird. Schon hier wird klar, dass in Punkto Produktion das Beste geboten wird, was ich je auf einem SODOM Album gehört habe. Auch der Song entpuppt sich nach anfänglicher Verwunderung als ein absolutes Highlight des Albums. „Hellfire“ drischt ohne Umschweife direkt los. Ein wütender Thrasher, der direkt zum Punkt kommt, wie man es von der Band gewohnt ist. Ein melodischer Solopart mit hintergründigen Harmonien runden das Stück ab. „Through Toxic Veins“ ist eines der „verspielteren“ Stücke des Albums. Es beginnt ruhig, erinnert fast an ältere METALLICA Zeiten, bevor das Tempo gen Mid-Tempo angezogen wird und stellenweise auch in Thrash Gefilde gehoben wird. Bobby kann mit den wechselnden Tempi und Rhythmen hier gut beweisen, dass er nicht nur Zwerchfelle mit seinen Flachwitzen zum Vibrieren bringen kann. Insgesamt ein guter Song, der allerdings etwas braucht. „Nothing Counts More Than Blood“ ist dagegen wieder ein Thrasher, der mit seinem einprägsamen Riff und melodischem Refrain sofort ins Ohr geht und keine Wünsche offen last. Weiteres Highlight! „Storm Raging Up“ ist sicher kein schlechter Song, eher fix, will sich mir allerdings auch nach mehrmaligem Hören nicht recht erschließen.

„Feigned Death Throes“ kommt in gemächlichem Midtempo daher und erinnert vom Rhythmus etwas an „Napalm In The Morning“. Auch hier wird der Rhythmus clever variiert verlässt aber das Mittefeld der Geschwindigkeit nicht. Guter Song. Rockiger und stampfender geht es mit „Soul Contraband“ weiter. Kurze Speed-Ausbrüche sorgen für die nötigen Ecken und Kanten des ansonsten soliden Bangers. Akustisch und ruhig beginnt „God Bless You“ der mit coolen Riffs und Doublebass-Groove sofort ins Ohr geht. Der Chorus kommt etwas verschleppt und vertrackt daher und verhindert wieder ein Abdriften in zu kommerzielle Gefilde. Trotzdem gutes Ding, besonders die melodischen Doppelleads von Bernemann wissen zu gefallen. Ob die Reihenfolge hier glücklich gewählt ist, ist zweifelhaft, denn mit „The Art Of Killing Poetry“ schlägt man riff- und rhythmustechnisch in die gleiche Kerbe wie im Vorgängersong, nicht schlecht, besonders der pumpende Groovepart im Mittelteil, aber an dieser Stelle wäre der nachfolgende Drescher „Knarrenheinz“ besser gewesen. Dieser soll wohl bei der etwas moderneren Ausrichtung des Albums für den nötigen Brückenschlag zu Klassikern wie „Ausgebombt“ oder „Bombenhagel“ sorgen. Der Song geht mit dem schlicht gebrüllten „KNARREN-HEINZ!“ auch sofort klar und wird sicher auf keinem künftigen Live-Set ungefordert bleiben. Sehr cool. Wieder rockiger geht’s mit dem Rausschmeißer „Styptic Parasite“ zur Sache. Cleverer Songaufbau in dem SODOM zeigen, dass man über die Jahre als Musiker gereift, aber nicht eingerostet ist.

Ganz klar: Die Produktion ist ein absoluter Zugewinn und „In War And Pieces“ ist eines der ausgewogensten und abwechslungsreichsten Alben in der Bandgeschichte geworden. Als Gesamtpaket kann das neue Album, das im Digi-Pack mit Bonus Live CD daherkommt (oder für Vinyl-Fetischisten in Blutrot), gegen den saustarken Vorgänger „SODOM“ anstinken. Ich bin mir nur nicht sicher, wie das gewesen wäre, wenn der auch schon von dieser fetten Produktion hätte profitieren können.

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Sodom 'In War and Pieces' Tracklist
1. In War And Pieces Button MP3 bestellen
2. Hellfire Button MP3 bestellen
3. Through Toxic Veins Button MP3 bestellen
4. Nothing Counts More Than Blood Button MP3 bestellen
5. Storm Raging Up Button MP3 bestellen
6. Feigned Death Throes Button MP3 bestellen
7. Soul Contraband Button MP3 bestellen
8. God Bless You Button MP3 bestellen
9. The Art Of Killing Poetry Button MP3 bestellen
10. Knarrenheinz Button MP3 bestellen
11. Styptic Parasite Button MP3 bestellen
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