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SOLEILNOIR - Nucleus

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Artist SOLEILNOIR
Title Nucleus
Homepage SOLEILNOIR
Label EIGENPRODUKTION
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Es schien eine Zeit lang so, als gelte nur noch das als “ehrlich”, was entweder Holzfällerhemden trug oder sich den Frust mit einem ordentlichen “Fuck you!” vom Halse schrie. Dabei ist es doch eigentlich ein ganz anderes Gefühl, was einen beim morgendlichen Aufstehen beschleicht. Das irgendetwas nicht stimmt, nämlich.

Genau davon sprechen/ singen/ brüllen SOLEILNOIR, die man zu lange vermisst und nie ganz vergessen hatte, seit sie mit ihrer letzten EP mächtig Eindruck schinden konnten. „Nucleus“ trifft schon im Titel die Sache auf den Punkt, denn tatsächlich geht es hier zum einen zum Kern der Sache zurück, zum Rohen, zum Räudigen, zum Ruhelosen. Die Arrangements der Songs sind dick und dicht, lassen wenig Luft durch und bieten kaum Raum zur Abgrenzung – trotz des teilweise eingängigen Songmaterials ist dies verblüffend sperrig produzierte Musik. Des Weiteren ist dies aber auch der Zellkern, aus dem ein neuer Organismus erwächst. Sänger Magott hat seiner Stimme in den vergangenen zwei Jahren erstaunliche Facetten hinzugefügt, kann nun zugleich kraftvoller als auch gebrochener agieren sowie die feinen Abstufungen dazwischen treffen. Und der Rest der Band kommt wuchtig und bullig auf den Punkt, teilt gerne wütend aus, nur um kurz danach einen großartig schleppenden Strudel zu initiieren. „Eyes“ hat zwingende Riffs und einen unbändigen Groove, der Titelsong schickt Schübe aus Noise in den Äther, „Offal“ ist klanggewordener Wahnsinn: „They are here to destroy us!“

Da wird es einem wieder bewusst, diese Vermutung, dass sich hinter der schönen Oberfläche eine hässliche Wahrheit verbirgt, die man nur nicht genau benennen kann. Dafür hat man nun diese Band: SOLEILONOIR errichten ihren ganz eigenen Palast aus Paranoia, Weltangst und Untergangsvisionen – und bleiben dabei „ehrlicher“ als die selbsternannten Apostel des Widerstandes.

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