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SOPHIA (SWE) - Deconstruction of the World

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Sophia-Deconstruction.jpg
Artist SOPHIA (SWE)
Title Deconstruction of the World
Homepage SOPHIA (SWE)
Label CYCLIC LAW
Veröffentlichung ..
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Als die letzten Stunden des Jahres dahin flossen und die traditionelle Silvester-Böllerei einem wieder mal den Eindruck gab, der Krieg sei ausgebrochen, boten sich dieses Jahr in Wahrheit nur zwei Möglichkeiten an: Entweder man tauchte unter und fing an für nächstes Jahr den Bau eines Bunkers im Garten zu planen, oder man schloss sich von ganzem Herzen der allgemeinen militärischen Stimmung an und legte SOPHIAs neueste CD, “Deconstruction of the World”, mit Begeisterung auf… Bei der Veröffentlichung, die mein Silvester 2004 gerettet hat, handelt es sich allerdings um die digitale Version eines Werkes, das schon im November 2003 ebenfalls bei CYCLIC LAW als limitierte LP erschienen war. Für die CD Version hat sich das Quebecer Label eine außergewöhnliche Verpackung einfallen lassen: Einen hochformatigen Pappschuber mit drei Flügeln in einfarbigem Sepiadruck, und ein Titel samt Video wurde hinzugefügt. Dieses vierte Album ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Peter Bjärgö (geb. Petersson), der sonst gerne das Ruder allein hält, und Stefan Eriksson, der auch bei Bjärgös bekannterem mittelalterlichem Projekt ARCANA als Chorist und Keyboarder tätig ist.

Musikalisch gesehen erwartet hier die SOPHIA-Hörerschaft keine große Überraschung. Nach einem einleitenden Ablenkungsmanöver in Form eines typisch nordischen Dark Ambient-Stücks, das die Temperatur in dem für die Feier gut geheizten Zimmer schlagartig verringert, wird mit dem zweiten Titel “Machine” umso wirkungsvoller das Feuer eröffnet: Auf einmal erfüllen die Trommeln den Raum, und der Hörer wird sofort von den bombastisch-martialischen Hymnen, welche den Erfolg der schwedischen Band bestimmen, mitgerissen und mitten in eine Schlacht transportiert. Weder die Musik noch die Texte lassen an der Natur dieser Dekonstruktion zweifeln: Es handelt sich weder um einen natürlichen Kataklysmus, noch um eine göttliche Verheißung, sondern um die Selbstzerstörung der Menschheit in einer globalen tatsächlichen oder symbolischen Schlacht, wobei der Spruch “I will not feed their machine” eine moralische Einstellung des Künstlers zur heutigen Welt vermuten lässt. Die orchestrierte Mobilmachung mit vorwärts stampfenden Rhythmen, antreibenden Fanfaren, tiefem und monotonem Mannesgesang, den unvermeidbaren neoklassischen Einlagen im Hintergrund und den liturgischen Chören à la DEAD CAN DANCE, alterniert mit ruhigeren elektro-experimentellen Zwischenspielen wie etwa dem sehr interessanten “Condescension”, dessen gespannte Stimmung uns das noch dampfende Schlachtfeld zwischen zwei Ausbrüchen erahnen lässt. In diese Richtung geht auch das neue Stück “Depravity”, wobei sowohl die Musik als auch das Video ganz in der Tradition des Ur-Industrials stehen.

Das Album schließt hymnisch mit einem Gefühl des Sieges, und es bleibt ein bitterer Nachgeschmack, wie aus der Hollywoodschen Traumfabrik, welches die Jünger schwerster Artillerie aber nicht weiter abschrecken sollte… Diese werden sich außerdem freuen, auf diesem Opus sogar ein paar richtige Tanzflächenfüller (“Machine”, “Humanicide”) finden zu können.

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