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STATE OF THE UNION - Black City Lights V.2

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Artist STATE OF THE UNION
Title Black City Lights V.2
Homepage STATE OF THE UNION
Label INFACTED RECORDINGS
Leserbewertung
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Nach der DAC-Erfolgssingle “Timerunner” und dem zweiten Album “Impendum” folgt nun die Wiederveröffentlichung der ersten Scheibe von STATE OF THE UNION in einer neuen Version (entsprechend V.2 betitelt). Die drei Herren um Mastermind Johann Sebastian gaben sich dereinst und anno 2005 viel Mühe mit der Produktion bzw. Neuauflage ihres Debütalbums, das nicht nur bei eingefleischten Futurepop-Anhängern Anklang finden wird. Es finden sich auch zahlreiche E-Pop und S-Pop-Einlagen und manch interessante EBM-Anleihe auf der neuen/ alten CD. Insgesamt erinnert der Klang nach wie vor an eine Mischung aus den Stilen von illustren Projekten wie z.B.: ASSEMBLAGE 23, PRIDE AND FALL, ANGELS & AGONY, SOLITARY EXPERIMENTS, COLONY 5, SERO.OVERDOSE und auch dem Bielefelder Projekt EXILANATION.

Verträumt und stimmungsvoll nehmen uns STATE OF THE UNION (STOU) mit auf einen düsteren Rundgang bzw. Rundflug durch die schwarze Stadt, welche geprägt ist durch die Stimmungslage der US-amerikanischen Gesellschaft nach 9/11 und dem dritten Golfkrieg. Anbei besichtigt man Monumente, Einwohner und Straßen dieser düsteren Stadt („Black City“) und taucht ein in die eindrucksvolle Atmosphäre, welche einen im Gegensatz zum Nachfolger „Impendum“ über die ganze Albumlänge gefangen zu halten weis. Die Hälfte der 11 Tracks sind Kracher und die andere Hälfte ist sehr gut gelungen, ohne dabei das Kopfkino durch Totalausfälle zu behindern, wie es noch auf dem 2. Album leider der Fall war. Einfache Melodielinien, ohne billig daher zu kommen, werden an treibende, Futurepoppige Rhythmen gekoppelt und fesseln den geneigten Hörer von Anfang bis Ende. Die vokalen Defizite in den Gesangsparts wurden ausgebessert oder plattgebügelt, jedenfalls fällt es nicht mehr unangenehm auf.

Die Kopfkinoreise durch die dunkle Stadt beginnt mit „Enemy of the State“. Ein Track, der einen düsteren und sonoren Einstieg ermöglicht. Gespickt mit treibendem Beat und trancigem Dancefloor-Appeal wirkt er unaufdringlich tanzig, ohne dabei zu sehr nach 4 to the floor zu klingen. Gefolgt wird dieses Schmankerl von „Black City Lights“, welches einen musikalisch fließenden Übergang bietet und bei gleich bleibender Qualität einen ebenfalls tanzigen Track mit einer genialen Melodie bietet. Diese Melodielinie erinnert stark an die gute alten Zeiten des „klassischen“ Futurepops Ende der 90er Jahre, durchzogen von melancholischem Gesang. Im folgenden 3. Stück („Citizen“) bietet man einen textlichen Einblick in das Seelenleben der amerikanischen Gesellschaft zu Zeiten der Busch-Junior-Administration. Musikalisch könnte es auch von PRIDE AND FALL oder ANGELS & AGONY stammen. Ruhiger, verträumter und getragener geht die virtuelle Reise mit „Romancing the stone“ weiter, welches geprägt ist durch modulierte, veränderte und aufgeblähte Streichersamples und durch die schönste Melodie auf dem Album! Dieses Stück erinnert an die große Zeit des S- und E-Pops in den 80ern. Ähnlich geht es mit „Vicious Sentiment“ weiter, ergänzt durch eine nicht ganz so gelungene Verzerrereinlage im Gesangspart. Auch wenn der Track dadurch etwas härter und schärfer wirkt, stört es nach meinem Empfinden den Gesamtklang. Nichts desto trotz hört man auch hier wieder eine sehr schöne Melodie! „Firewall“, „Children of the night“ und „World Chaos“ zeichnen sich alle drei durch fortschreitende Härte im Klang aus – von Track zu Track wird der Klang harscher, ohne aber wirklich vollends ins kalte Aggression umzuschlagen. Seinen Höhepunkt erreichen diese Tracks im Stil von SOLITARY EXPERIMENTS mit besagtem „World Chaos“, im alten FUNKER VOGT-Stil.

Der nachfolgende Abschlussteil des Albums beginnt mit dem sehr gelungenen „Walk in my shoes“, welches sehr an die Hochphase von Tom Shear (ASSEMBLAGE 23) und an das Bielefelder Projekt EXILANATION erinnert. Zu guter Letzt findet man mit „Machine“ und „Romancing the stone“ in der originalen Piano-Version atmosphärische und fast meditative Ruhepunkte. Dieser runde/ langsame mid-tempo-Abschluss lässt den Reisenden Kopfkinobesucher erstaunt und in sich ruhend zurück und hinterlässt den starken Wunsch, den „Film“ gleich noch mal sehen zu können. Hier empfiehlt sich ein Druck auf die Return-Taste…

SOTU liefern mit „Black City Lights V.2“ ein neues/ altes Album ab, welches mit den Schwächen des zweiten Werks „Impendum“ aufräumt und jedem F-Pop-Fan und Freund der elektronischen Musik wärmsten ans Herz gelegt werden kann! Ach wären doch nur alle Rezensionsalben so gut…

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