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STEVE HACKETT - Once above a time (DVD)

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Artist STEVE HACKETT
Title Once above a time (DVD)
Homepage STEVE HACKETT
Label EAGLE ROCK
Veröffentlichung 24.01.2005
Leserbewertung
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Die Behauptung gehört heute schon fast zum guten Ton, GENESIS seien nach dem Abschied von PETER GABRIEL den Bach runter gegangen. Der Kenner weiß jedoch: So richtig in die Gefilde der Pop-Charts segelte die Band erst, als auch STEVE HACKETT das sozusagen aufsteigende Boot verließ. Zum Glück, das beweist diese DVD erneut, hat er sein Talent mit auf die Solo-Reise genommen.

Und die führt ihn diesmal nach Budapest, in eine Örtlichkeit, welche sich „Petofi Csarnok“ nennt und – obwohl sich das für uns wie Knoblauchkartoffeln anhört – wahrscheinlich sehr berühmt ist. In Polen, Tschechien und auch Ungarn behält man die alten Helden des progressiven Rock nicht nur in guter, sondern auch in lebender Erinnerung und so kommt es, dass der Saal offensichtlich ausverkauft und zwar bestuhlt, aber mit alten und jungen Musikfreunden gefüllt ist. Dass hier weniger die Mitklatsch- und Sing-Along-Nummer läuft, dürfte von vornherein klar sein und es geht auch gleich mit anständig schwerer Kost los: Erst einmal ein sechs Minuten langes, tonnenschweres Instrumental, dann der Art-Haus Jazz-Rock von „Mechanical Bride“, eingetaucht in surrealistisches Stroboskop-Gewitter – wer gerade „Lost Highway“ aus der Videothek ausgeliehen hat, muss durch mehr als ein Deja-Vu Erlebnis. HACKETT kommt mit einer fast schon selbstverständlich exquisiten Muckertruppe, die mit ROB TOWNSEND einen Mann in ihren Reihen aufweist, der so ungefähr alles zu spielen im Stande ist, was über ein Mundstück angeblasen wird und mit seinem tollwütigen Saxophon die wohl im Gepäck verloren gegangene Rhythmusgitarre ersetzt. Man wird zwar den Eindruck nicht ganz los, als sei diese Band weniger ein Bündnis aus fünf Freunden denn ein professionelles Kollektiv, doch beweisen kurze Blicke untereinander sowie ein durchweg begeisterter Vortrag, dass hier mit Spaß und Spielfreude agiert wird. Der Frontmann überlässt seinen Kollegen viel Platz zum Glänzen, untermauert aber mehr als einmal seine Position als guter, wenngleich nicht formidabler, Sänger, der mit seiner Mischung aus Sanftmut und Arroganz gelegentlich an den jungen ROGER WATERS erinnert. Die meiste Zeit jedoch bleibt das Mikro ausgeschaltet, doch selbst für notorische Feinde instrumentaler Rockmusik wird der Mitschnitt dank der superben Kameraführung zum Krimi: Der zitternde kleine Finger an Roger Kings Keyboard wird ebenso von der Kamera eingefangen, wie flinke Griffbrettwanderungen oder vertrackte Percussionseinlagen. Außerdem ist HACKETTs Palette breit gefächert: Jazz, Esotherik, Klangcollagen, Metal, aber auch zarte Pflänzchen wie „Serpentine Song“ oder das Folkmärchen „Ace of Wands“ ziehen in seinem Kosmos ihre Bahnen. Und obwohl die Stücke komplex und kreativ sind, hat er es nie nötig, das über Gebühr raushängen zu lassen.

Auch für die kleinen Hits aus der GENESIS-Phase ist er sich nicht zu schade und so kommt es zu einem Wiedersehen mit „Blood on the Rooftops“ (bei dem der Schlagzeuger singen darf!), „Los Endos“ (natürlich das Finale) und dem immer noch großartigen „Firth of Fifth“. Klassiker und Aktuelles stehen hier gleichberechtigt nebeneinander und das ist überhaupt das Tollste an „Once above a time“: Danach hat man nicht nur Lust, die alten Scheiben rauszukramen, sondern möchte sich die ganzen Solowerke mit dazu besorgen.

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