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STILL IT CRIES - A Dedication

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Artist STILL IT CRIES
Title A Dedication
Homepage STILL IT CRIES
Label TWILIGHT
Veröffentlichung 10.09.2007
Leserbewertung
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Ich habe ein Wort im Kopf und es will mir nicht aus dem Sinn – darf ich wagen, es auszusprechen? In einem Genre, dass sich ja zu einem bedeutenden Teil auch darüber definiert, was es nicht ist, gibt es bestimmte Tabus und Begriffe, die eigentlich selbst als Kompliment gemeint nur schaden können und wenn man, wie hier, einer Band eigentlich nur das beste wünscht, dann muss man sich ganz besondere Mühe geben, sich im Vokabular nicht zu vergreifen. Doch um so länger ich darüber nachdenke, je treffender mir die Bezeichnung erscheint. Ich gehe das Risiko ein. Das Wort ist Pop.

Damit soll, um grundlegende Missverständnisse gleich zu Beginn aus dem Weg zu räumen, nicht die oberflächlich ausgerichtete Valium-Glücklichkeit gemeint sein, die uns von den begehrlichen und wunderschönen TV-Mädels und Jungs vom Block täglich wenig subtil unter die Nase gerieben wird – schon ein kurzer Blick auf die Trackliste verrät, dass diese Truppe nicht den Clown gefrühstückt hat: „Godforsaken Life“, „Lonesome Grave“, „As you drown in tears“ – dieses grundlegende Misstrauen dem eigenen Schicksal und der Welt da draussen gegenüber dürfte sich der Formatierung des Musikfernsehens schon allein deswegen entziehen, weil es dessen wichtigstes und unantastbares Dogma, man könne durch Überzeugung und aus eigener Kraft seine Träume realisieren und alles schaffen, was man sich nur wirklich zum Ziel setze, als vom Leben widerlegte Lüge begreift – nicht ganz zufällig werden STILL IT CRIES in Sachen Marketing von einer Agentur betreut, die sich „Angst im Wald“ nennt. Wenn hier von Pop die Rede ist, dann vielmehr in dem Sinne, dass die Band sich in diesen zehn Songs niemals einem einzigen Stil zu 100% verschreibt, statt dessen alles ausprobiert und in den eigenen Kosmos integriert und dabei ein schillerndes Panoptikum geschaffen hat, von allem, was zur Zeit im Metal spannend und relevant ist – es geht um diesen forschenden Ansatz, um die BEATLES, nicht um BRITNEY. Der Opener „Til death do us part“ ist mit seinen Death-orientierten Gitarren noch recht eindeutig einzuordnen, doch danach gibt es guturale Grunts über knackig-rockiger Akkordik, Stoneranleihen, depressive Melancholie, klassischen Hardrock und auf dem sich jeglicher Kategorisierung entziehenden „The tomb of the unknown“ wird dann sogar die Akkustische ausgepackt und darf Sänger Matthias seine bemerkenswert starke, heisere Gesangsstimme präsentieren – sehr zum Vorteil des Songs.

Wer seinen Metal „true“ mag oder sich sicher hinter den Gittern eingegrenzter Genres verschanzt, wird an „A dedication“ keinen Gefallen finden. Doch wer Musik nicht des eigenen Ansehens, sondern ihrer inhärenten Qualität wegen hört, wird mit diesem Album trefflich bedient. Genug der Worte – Pop heisst ja auch, die Dinge kurz und knapp auf den Punkt zu bringen. Dies ist einfach eine starke Scheibe, die einem nicht so schnell aus dem Sinn geht.

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Still It Cries 'A Dedication' Tracklist
1. 'Til death do us part
2. Godforsaken life
3. I conquer your world
4. Lonesome grave
5. The tomb of the unknown
6. No farewell
7. A dedication
8. Mankinds lament
9. As you drown in tears
10. Twisted thoughts
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