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STONEHEAD - Dead Leaf

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Stonehead-Dead-Leaf.jpg
Artist STONEHEAD
Title Dead Leaf
Homepage STONEHEAD
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Rotzig wie MOTÖRHEAD, schwer wie CORROSION OF CONFORMITY, verspielt und teilweise verchillt wie KYUSS und dazu noch aus deutschen Landen? Geht tatsächlich und nennt sich STONEHEAD. Für die vier Dresdner ist es nach einem Demo und einer EP die dritte Veröffentlichung, „überraschenderweise“ nach eigener Aussage auch die fortgeschrittenste und beste. Mangels Kenntnis kann ich dies nicht überprüfen. Bestätigen kann ich voller Überzeugung, dass der Band hier ein echtes Sahneteilchen geglückt ist. Mit Ausnahme von GORILLA MONSOON ist mir in Deutschland keine Combo bekannt, die sich um den teilweise ausgestorbenen Stoner Rock ähnlich verdient macht.

Überhaupt scheint diese Mucke ja ein kleines Revival zu erleben. KARMA TO BURN touren nach jahrelangen Drogenproblemen wieder, die SPIRITUAL BEGGARS veröffentlichen nach langer motivatorischer Durststrecke wieder ein starkes Album und neue phantastische Bands aus Übersee wie KYLESA oder BARONESS greifen offensiv und kreativ Motive der alten Szenehelden wie KYUSS, MONSTER MAGNET oder auch FU MACHU auf, um daraus einen eigenen Stil zu kreieren. Exemplarisch für die hier vorgestellte Band mag ein Song wie „Lion’s Cage“ stehen. Startend und sich mittig auch unterbrechend mit einem chilligen Akustikpart geht es über in ein wuchtiges, doomiges Riff der Gewichtsklasse BLACK LABEL SOCIETY oder die schon erwähnten MONSTER MAGNET zu seligen „Powertrip“ Zeiten. Hernach gibt es noch ein schönes Minisolo, einen angetäuschten Up Tempo Part sowie Schönes zum Mitgrölen. Apropos Mitgrölen: das kräftige und höchst raue Organ von Sänger Nobbi ist ein weiterer Pluspunkt der Dresdner und bleibt durch die rockige Distanz der fünf vorgelegten Songs spannend. Dringend noch zu erwähnen der Schlusspunkt „The Game“, natürlich ein schwer motorölgetränkter Rock ’n Roll Wadenbeißer, hier jedoch über schlanke drei Minuten eingeleitet durch ein sich langsam steigerndes Intro aus Drums und Didgeridoo – wunderbar. Auch wenn dieses schöne australische Instrument nach der 90er Entdeckung und dann vielfachen Verwendung keinen Innovationspreis mehr gewinnt, ist es doch immer wieder schön und passt einfach zu einer Band, die ihre Wurzeln in genau diesem Jahrzehnt hat.

Insofern also alles richtig gemacht? Ich meine ja, jetzt ist es nur noch fraglich, ob das draußen auch so gesehen wird. Schließlich ist der Erfolg z.B. der genannten GORILLA MONSOON trotz gelungener Alben überschaubar. Von mir gibt es aber auf jeden Fall eine fette Empfehlung mit kreiselnden Rauchschwaden, hoffentlich wird STONEHEAD bald die Chance auf einen abendfüllenden Tonträger geboten.

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