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STRUKTURRISS - s/t (Neue Version plus Bonus)

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Strukturriss-Demo.jpg
Artist STRUKTURRISS
Title s/t (Neue Version plus Bonus)
Homepage STRUKTURRISS
Label EIGENPRODUKTION
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Neuen Industrial braucht das Land! Während die alteingesessenen Labels in ebenso verkrusteten Progressivismus verfallen wie die Junglegionäre der radikalen politischen Linken, entdeckt der Fan im tiefsten, zersplitterten Untergrund eine Fülle aufregender Projekte. Dazu gehören neben CORDELL KLIER und AALFANG MIT PFERDEKOPF (Newcomer des Jahres!) auch ULTOR. Wer von dessen Punk Spirit begeistert war, sollte es vielleicht mal mit STRUKTURRISS versuchen, denn dort wie hier sollen Grenzen abgerissen, neue Räume erschlossen werden.

Dabei erweist sich die künstlerische Vision auf diesem ersten Demo-Album als erstaunlich homogen für einen Musiker, der neben einer heißen Liebe für die Obertonlandschaften eines VIDNA OBMANA auch Sympathien für LINKIN PARK hegt. Auf „Strukturriss“ gibt es aber weder Ambientes, noch Metallisches, sondern vielmehr ein auf die Knochen reduziertes Elektroskelett, an dem irre und kirre Hautschnipsel sowie sowohl rhythmische als auch arhythmische Hautfetzen kleben. Nach einem Beginn im strengen 4/4 Takt werden die Beats vertrackter, verschieben sich gegeneinander, holpern und stolpern unter blubbernden und zischenden Samples. Melodisch wird es nur selten und auch dann bleibt in den meisten Fällen der leicht avantgardistische Ton erhalten. Wie zum Beispiel in „Tanz der Illusionen“, wenn sich eine atonale Tröte grob geschnitten und direkt aus der Psychiatrie einen Weg an das Ohr des Hörers bahnt – die Blockflötenlehrerin wäre nicht zufrieden. Höhepunkt des Reigens ist das zwar noch recht unbehauene, doch subtil-taktile „Blutrhythmus“, das gekonnt mit dem Gegensatz zwischen langgezogenen, schmachtenden Leads und einem nackten Percussionsgerüst spielt. Und die zwanzig Minuten des für ein zukünftiges Projekt vorgesehenen „Keine Sonne dieser Welt“ weiß mit Rückwärtsspuren, irrlichternden Dissonanzen, einem wildgewordenen Metronom und bedrohlichen Harmonien ebenfalls zu gefallen.

Problematisch bleiben über die gesamte Strecke die wenig tiefe Produktion und die zu aufgesetzten Sounds mit einem leicht störenden 80s Touch. Was natürlich zu einem gewissen Teil im Sinne des Erfinders sein mag, der sein Studio wohl nicht umsonst „Punkgarage“ getauft hat. Perfektion muss man halt woanders suchen und als ersten Einblick in ein äußerst eigenes und eigenwilliges Werk tut dieses Demo einen ausgezeichneten Dienst.

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