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SUB LUNA - In the Shade of Time

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Artist SUB LUNA
Title In the Shade of Time
Homepage SUB LUNA
Label DAGAZ MUSIC
Veröffentlichung 03.10.2006
Leserbewertung
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Dagaz Music aus Portugal, das „Schwester-Label“ von Terra Fria hat mit „In The Shade Of Time” das offizielle Debüt des schwedischen Duos SUB LUNA veröffentlicht. Die 2CD Version im aufwändigen Klappcover plus Einleger (mit Texten und reichhaltiger Bebilderung) enthält neben dem Debüt-Album als zusätzliche CD Frühwerke der Formation, die bisher nur auf CD-R veröffentlich wurden. Optisch versprüht die Veröffentlichung sofort Charme; hier wurde eine europäische Gemeinschaftsarbeit aus Überzeugung und Liebe zur Kunst, jedoch ohne Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zusammengezimmert.

Trotz des satanischen Veröffentlichungsdatums (6.6.06) erwartet den geneigten Hörer kein düsterer Folk-Ausflug grimmiger Nordlichter, sondern eher melancholische Betrachtungen von feinfühligen, vielseitigen Musikern. Wo schon in letzter Zeit vordergründig konservativ – anmutende Neofolk-Musiker mit sich organisch einfügenden Bongo-Klängen positiv überraschten, bringen Sub Luna dem Wandergitarren-Publikum unaufdringlich die Slide Gitarre nahe und die Percussionsklänge gehen so weit über „Pauke und Snare“ hinaus, dass man in Teilen schon von (trotzdem angenehmen und düsteren) Pop-Arrangements sprechen muss. Ein Portugiesisches Label bring eine Schwedische Düster-Pop CD für Neofolk – Hörer raus? Kann das funktionieren? Spätestens mit Stück Nr. 3 „In Virtue (Dygdens Lön)” springt den Hörer die Antwort an: Ja! Es funktioniert!

Man stelle sich (um mal im skandinavischen Bereich zu bleiben) ein eingängiges und akzentuiertes OF THE WAND AND THE MOON – Stück vor, bei dem allerdings nicht der typische zurückhaltende Kim-Flüster-Stil bei den Vocals regiert, sondern etwas druckvoller, mehr in Richtung SPIRITUAL FRONT (allerdings ohne typisch Italienische Verzierungen im Gesang) von großen Gefühlen und Vergänglichkeit erzählt wird. Das Ganze wird dann untermalt, oder besser gesagt eingerahmt von einer Begleitung aus der mittleren OSTARA – Schaffensphase, kombiniert mit den instrumentalen Verzierungen von z.B. der letzten FORSETI-Veröffentlichung „Erde“ und ergibt eine Mischung, die man in dieser Form nicht von einer „jungen“, sondern eher von einer „erwachsenen“ Formation erwatet hätte. Neben dem schon erwähnten „In Virtue (Dygdens Lön)“ (aufgrund des inhärenten „Grooves“ sogar Tanzflächen – kompatibel!) stellen „The Nails Of Longing“ und „Ever Changing“ dringend empfohlene Anspieltipps dar, die viele neue Hörer für das Projekt gewinnen sollten. Gerade der Melodiebogen von „Ever Changing“, dessen gezupfte Gitarrenmotive Erinnerungen an Mark Knopfler (DIRE STRAITS; Genre-fremd, aber egal…) wecken, geht weit über die einfachen, schon fast Kinderlied-Strukturen aufweisende Pop-Sülze hinaus und schafft es aber trotzdem sich über Tage hinweg im Ohr festzusetzen. Auch wenn SUB LUNA komplexere Wege einschlagen, wie z.B. bei „In Silence“ strotzen die Arrangements geradezu vor angenehmen, melodischen Motiven, die sich der Hörer allerdings erst erschließen muss.

„In The Shade Of Time“ ist ein hoch interessantes Album geworden und SUB LUNA werden hoffentlich weiter den eingeschlagenen Weg folgen. Die zusätzliche CD “The Spring Of Resentment” enthält Frühwerke der Musiker, die die musikalische Entwicklung äußerst stringent erscheinen lassen. Im Gegensatz zu „In The Shade Of Time” wirken die 6 Stücke zwar noch etwas unausgereift, mit „In The Fairest Of Seasons“ ist jedoch auch hier ein sprichwörtlicher Ohrwurm enthalten.

Fazit: Mit dieser Veröffentlichung kommt mal wieder frischer Wind aus Schweden (bzw. Portugal) und alle Hörer, die mit den zwecks Illustration genannten Vergleichen etwas anfangen können, sollten SUB LUNA mal ein wenig Aufmerksamkeit (speziell sei hier auf die „MySpace“ – Seite hingewiesen) schenken.

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