Terrorverlag > Blog > SUNGRAZER > s/t

Band Filter

SUNGRAZER - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Sungrazer-Sungrazer.jpg
Artist SUNGRAZER
Title s/t
Homepage SUNGRAZER
Label ELEKTROHASCH SCHALLPLATTEN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

Das selbstbetitelte Debütalbum der erst vor zwei Jahren in der niederländischen Provinz gegründeten SUNGRAZER unterstreicht mal wieder, warum die Münchener Talentschmiede Elektrohasch mittlerweile zu meinem persönlichen Lieblingslabel avanciert ist. Denn was die drei Jungspunde hier abliefern, ist die entspannteste Stoner Rock-Scheibe seit langer Zeit.

Die Holländer reichern ihren Bass-lastigen Wüstensound mit einer gehörigen Portion originärem Psychedelic an, was dem Gesamtwerk diese relaxte Stimmung verleiht. Laid back nennt man das wohl, und damit ist es genau das Richtige für einen leicht verkaterten Sonntag Nachmittag auf der Chillout-Couch. Und damit der geneigte Hörer nicht komplett unwiederbringlich eingesogen wird in die gluckernde, glühend heiße Lava, die sich aus den Boxen in einem fetten Strom durchs Wohnzimmer ergießt, treten SUNGRAZER immer wieder genau im richtigen Moment wahlweise aufs Gas- oder Distortion-Pedal, oder auch gern mal auf beide gleichzeitig. Dabei zaubern sie wie nebenbei Melodien aus dem Hut, die teilweise gar den süßlichen Charme der BEATLES versprühen, oder auch, geprägt durch großartige Harmoniegesänge, in besten QUEENS OF THE STONE AGE-Refrains gipfeln, wie zum Beispiel im vortrefflichen „Zero Zero“. Das alles leistet seinen Beitrag dazu, dass sich das kurzweilige Album angenehm weich auf die verspannten Gehirnzellen legt. Und wenn man die drei schon einmal live gesehen hat, zum Beispiel auf der gemeinsamen Tour mit ihren Labelkollegen ROTOR und COLOUR HAZE, mit denen sie eine starke Verwandtschaft im Sound verbindet, dann weiß man, dass dieser Eindruck, den sie auf der Konserve erwecken, absolut authentisch ist, denn auch auf der Bühne herrscht eine durchweg entspannte Atmosphäre, die dennoch die nötige Portion Härte mit hinlänglich Ecken und Kanten nicht vermissen lässt. Die deutlich erkennbaren Einflüsse der Wüstenfüchse von KYUSS auf eine Psychedelic-Stoner-Band zu erwähnen, hieße Eulen nach Athen tragen. Im Falle von SUNGRAZER treten sie immer dann besonders zu Tage, wenn das Tempo ein wenig herausgenommen wird und die Soundeinstellung auf „brodelndes Magma“ umgeschaltet wird. Das unterstützt den Gesamteindruck im Zusammenhang mit der erwähnten Flauschigkeit der Songs ungemein.

Fazit: ein in höchstem Maße angenehmes und kurzweiliges Album einer viel versprechenden jungen Band, bei der man gespannt sein darf, was da an neuen Entwicklungen ins Haus steht. Also ich für meinen Teil freue mich schon sehr darauf.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

SUNGRAZER - Weitere Rezensionen

Mehr zu SUNGRAZER