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SUPERIKONE - Paläste aus Katzengold

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Superikone-Palaeste-Aus-Katzengold
Artist SUPERIKONE
Title Paläste aus Katzengold
Homepage SUPERIKONE
Label RGK/ NOVA
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

SUPERIKONE aka Malte Schmidt-Kohl und Backgroundsängerin Barbara sind zurück mit ihrem lange angekündigten und ebenso lange erwarteten neuen Album „Paläste aus Katzengold“. Nach der EP „Zuckervater“ und der vorab veröffentlichten gleichnamigen Single kann man nun das dazugehörige Album genießen. Seit 1996 hat man sich eine kleine aber feine Fangemeinde erspielt und immer wieder mit gelungenen VÖs auf sich aufmerksam gemacht. Seit dem Debüt „Opiate“ anno 2004 ist einiges passiert und der Sound hat sich weiter verfeinert.

Und wie immer bei Schmidt-Kohls Schaffen hält er uns und der gesamten Gesellschaft mit seinen nachdenklichen und gelungenen Texten den Spiegel vor. In diesem erblickt man Eitelkeit, Gier, Maßlosigkeit, Egoismus, Trauer um den Weg, den die Menschheit einzuschlagen scheint und viele nachdenkliche, traurige, wehmütige aber auch anmutige Gedanken. Die Texte würden auch ohne Musik als lyrische Prosa funktionieren, aber sie entfalten ihre gesamte Kraft erst in Kombination mit der eigenwilligen und für das Projekt typischen Mischung aus NDW, EBM, Elektropop, Synthie und klassisch minimalem E-Pop. Man kann SUPERIKONEs Klang noch am ehesten als „WELLE:ERDBALL mit einem trancigeren Einschlag“ bezeichnen, obwohl auch dieser Vergleich Beiden nicht gerecht wird, denn Malte Schmidt-Kohls Musik spielt in einer eigenen Liga, wie die Musik von A.L.F. und Honey eben auch und beide spalten die Zuhörerschaft – entweder man liebt das Ganze oder findet es langweilig/ schlecht.

Das Album kommt im Pappschuber daher mit flachem Booklet, vielen minimalistischen Grafiken, stilvollem Design und griffigen Zitaten aus den Texten mitsamt sehr gelungener Promofotos und Infos. Neben dem Titelstück und den Songs der bereits erwähnten, vorab veröffentlichten EP „Zuckervater“ finden sich 12 weitere Songs, in Summe sind es 15 Tracks feinsten Electros: „Wer auf eingängigen, deutschsprachigen Elektropop und feinfühlige Melodik steht, der ist beim Altmeister SUPERIKONE sehr gut aufgehoben“, merkt der Pressetext treffend an. Besonders hervorzuheben ist die Albumversion vom „Sugardaddy“ – düsterer und nachdenklicher als auf der EP mit langen Tranceflächen zum Träumen. Minimalistisch und bewusst monoton steigt man ein mit dem Opener „Das Kollektiv“, „Lass und die Sterne von oben seh´n“ erinnert dann noch am ehesten an WELLE:ERDBALL. „Schönheitswahn“ geht an alle Germany´s-Next-Topmodel-Geschädigten. Mit „Tränen“ geht man weit zurück in die Bandgeschichte und das wunderschöne/ getragene „Kann es sein“ bleibt einem lange im Gedächtnis. „Seelenbilder“ erinnert an KRAFTWERK und das wohl schönste Stück hat sich Malte für den Schluss aufgehoben, nur mit Piano, Gesang und Schlagzeug kommt ein melancholischer Abschied von der Bühne mit „Ein dunkler Vorhang“ in der Akustikversion. Ein wehmütiger Abschied:

„Ich steh´ allein auf meiner Bühne,
und kann euch hör´n, aber nicht seh´n.
Es ist ein großer dunkler Vorhang zwischen uns,
er trennt das Gescheh´n.

Später hör´ ich meine Worte,
sie klingen fern und nicht von hier,
und es ertönt ein lautes Lachen,
er nimmt es als Geschenk von mir.

Und ich zauber´ mir ein Lächeln,
ganz einfach so auf mein Gesicht,
doch irgendwann da fällt der Vorhang,
und nimmt den Zauber des Rampenlichts.

Und ich versuche mir ein Lächeln,
doch es gelingt mir einfach nicht.
Denn uns trennt ein dunkler Vorhang.
Es bleibt kein Zauber da für mich… […]“

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