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SWAIN (NL) - The Long Dark Blue

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swain
Artist SWAIN (NL)
Title The Long Dark Blue
Homepage SWAIN (NL)
Label END HITS RECORDS
Leserbewertung
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Noam Cohen, Boy Tillekens und Boris Brouwer sind Niederländer, aber wie so viele zog es auch sie nach Berlin. „The Long Dark Blue“ ist ihr drittes Album, allerdings das erste als SWAIN, denn zuvor firmierten die Käsehäppchen als THIS ROUTINE IS HELL und waren mehr in Hardcore-Gefilden zuhause. Inzwischen hört man im Sound deutliche Grunge-Einflüsse – sieht ganz so aus, als hätte der Dreier sich gänzlich neu aufgestellt.

In letzter Konsequenz kann ich das zwar nicht beurteilen, da ich die beiden Vorgänger-Alben „The Verve Crusade“ und „Howl“ nicht kenne, aber ich kann vermelden, dass „The Long Dark Blue“ auf jeden Fall gelungen ist. Der Opener „Hold My Head“ wäre auch im Seattle der Neunziger problemlos durchgegangen und „Half Asleep/Half Awake“ ist so wunderbar angepisst, dass man gar nicht anders kann, als den Lautstärke-Regeler näher Richtung Anschlag zu bringen. Den musikalischen Mittelfinger der Platte offeriert wenig später „Punk Rock Messed You Up, Kid!“, während das wunderbar schrammelige „Never Clean My Room“ mit einem schwermütigen Unterton daran erinnert, dass Sänger und Bassist Noam in seinem ersten Jahr in der Hauptstadt nie länger als ein paar Wochen in der selben Wohnung gewohnt hat und auch seine Affären ähnlich schnell wechselten. Das verquere „It’s Hard To Make Friends“ könnte auch an die Anfangszeit in Berlin erinnern, bevor sich bei „Kiss Me Hard“ melancholische Langäxte mit extrem druckvollen Rockksounds vereinen. Auf diesen Mix verstehen sich die Jungs überhaupt sehr gut und am besten sind sie eh, wenn sie wie bei „Faze Me“ oder auch „Hoping For It“ so richtig auf die Kacke hauen. Ach ja, und dann wabert da ja auch noch dieses tiefer gestimmtes Grummelmonster „It’s A Strange Way Down“ aus den Boxen, bevor das finale „Rid Myself of You“ nochmals gen Seattle schielt.

Sieht ganz so aus, als hätte das dicke B oben an der Spree so ziemlich alle Lebensgeister der SWAIN-Mannschaft zum Leben erweckt. Diesen guten Einfluss der Hauptstadt loben wir uns und legen „The Long Dark Blue“ allen ans Herz, die mit entstaubten Grunge etwas anfangen können und es nicht weiter schlimm finden, wenn hier und da etwas geklaut wird. Das Rad kann man ja nun schließlich auch nicht noch mal erfinden.

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