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TACERE - Emocion Muerte

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Artist TACERE
Title Emocion Muerte
Homepage TACERE
Label EIGENPRODUKTION
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Während die meisten Bands arg ins Schwitzen kommen, wenn es an das Verfassen eines aussagekräftigen Presseinfos mit mehr als drei Zeilen geht, muss Karri Knuuttila seine Anmerkungen inzwischen zusammenheften. Wenn der gute Mann weiterhin im selben Tempo an seinen Demos und Promos arbeitet, darf man sich schon bald auf seine in Leder gebundenen Memoiren in 20 Bänden freuen – der Brockhaus ist Nichts dagegen. Ungebrochen auch Karris Hang zur Schieflage zwischen konzeptioneller Vorgabe und musikalischer Exekution: Sollte der Vorgänger „The Legend of Gevaudan“ noch einen Schritt zurück gegenüber dem Einstiegsvehikel EXCELSIOR darstellen (und war in Wahrheit so verschachtelt wie ein Rubicks-Cube), so deklariert er „Emocion Muerte“ gar zu einem Versuch in „Back to Basics“. Schlicht und einfach, simpel und direkt, also?

Äh… nein. Zwar kann man zumindest in den beiden ersten Stücken ein Bemühen um klarere Formen und zielgerichtete Strukturen erkennen, doch dürfte den NO ANGELS schon nach dreißig Sekunden der Kopf brummen. Außerdem hat sich am wildwüchsigen Instrumentarium rein gar nichts geändert. Orgelgedaddel, Glockengebimmel, Harfengeflüster, Gitarrengeflimmer, es nimmt alles gar kein Ende und wirbelt und schleudert in achterbahnartigen Progressionen durchs Akkord-Abenteuerland. Natürlich gibt es Vergleichbares bei einer Schar von Powermetal-Formationen und wer außer „90125“ ein beliebiges anderes Album von YES sein eigen nennt, wird so manche scheinbar überraschende Wendung und zunächst verblüffende Auflösung zumindest als Matrize bereits kennen. Den Originalitätspreis wollten TACERE andererseits niemals für sich beanspruchen und einen bärenstarken Song wie „Excursion into the Gray“ hört man immer noch allemal lieber als zukunftsorientierten Auralschrott. Und das drückende, bullige Titelstück entlädt gleich einen derartig dicken Strom giftig-schwarzer Schlacke, dass man sich als Hörer nicht recht zwischen Flucht und Staunen entscheiden kann. Besser ist nur das neunminütige „Dance of Silence“ („simple and catchy“ würde Karri das wohl ausdrücken), welches mit einem Pianosolo in bester DIRE STRAITS Manier loslegt und nur mit Klavier, Gesang und wenigen Flächen Stimmungsbilder beeindruckender Weite entwirft. Ein Höhepunkt, vor dem man Hochachtung empfindet und ein sicheres Zeichen für weitere Glanztaten.

Schwachpunkt bleibt der Gesang des Frontmannes, der seine Bewunderung für die schöne Helena Haapranta nicht zu verstecken sucht, ihre Position aber trotz fester Aufnahme in den Bandkörper weiterhin auf Backing Vocals beschränkt. Tatsächlich fällt dieses Manko auf „Emocion muerte“ weniger ins Gewicht, weil die melodischen Linien in weniger himmelhochjauchzenden Regionen verweilen und zudem kompakt und kantig daherkommen. Da ist sie tatsächlich, die neue Reduziertheit.

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