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TACERE - The Legend of Gevaudan

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Artist TACERE
Title The Legend of Gevaudan
Homepage TACERE
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Ein Scherz? In dem ausführlichen und von einer unglaublichen Begeisterung und gar nicht stinkenden Überzeugung dem eigenen Werk gegenüber geprägten Presseinfo wird die Entstehung TACEREs als Spaß- und Nebenprojekt damit begründet, dass Karri Knuuttila ein simpler gestricktes Ventil für seine im Vergleich zur damaligen Hauptband weniger ambitionierten musikalischen Visionen suchte. Angesichts eines komplexen und detailreichen Konzepts, sieben gekonnt verschachtelten Progressive-Powertracks und der Verarbeitung melodischer Motive im Sinne klassischer Kompositionen kratzt man sich da am Kopf und fragt sich, wie die inzwischen aufgelösten EXCELSIOR wohl geklungen haben mögen.

Von einem ebenso fast beiläufigen und möglicherweise – wir nehmen die gängigen Cliches mal als bare Münze – finnischen Humor ist auch der Bandname, denn wenn Schweigen Gold ist, wird es für diesen Vierer nie zum Ehrentreppchen reichen. Auf stattliche dreieinhalb DIN A4 Seiten bringt es das textliche Manuskript und Knuuttila bemerkt trocken: „We’re all better off to be satisfied with this smaller (…) style recording for now.“ Ganz unrecht hat er da nicht, denn obwohl sich viele starke Momente auf dieser Scheibe befinden, scheint es für den ganz großen Wurf noch etwas zu weit. Was noch am wenigsten an der druckvoll und präzise aufspielenden Band liegt, die zwar keinen Blumentopf für Originalität gewinnen wird, aber findungsreich und effektvoll die bekannten Flicken zu spannenden und stellenweise sogar mitreißenden Stücken verknüpft. Keyboardbimmeln und wirbelnde Riffs in „Set me Free“, undefiniert drohende gebrochene Klavierakkorde und wesenlos schwebende Gesänge bei „Lozere“, das wie Spacefunk mit spoken Vocals daherkommende „An Open Heart“ und die bombastischen Barockchöre und mächtigen Orgelkaskaden des breit angelegten Finales stehen hinter den instrumentalen Leistungen namhafter Kapellen nur selten zurück. Das Problem liegt vielmehr bei den vokalen Fähigkeiten des Frontmannes und maßgeblichen Initiators von TACERE: Schon gleich zu Anfang stößt Knuuttila an seine stimmlichen Grenzen und seine um Boshaftigkeit und Mysteriösität bemühten Erzählpassagen stimulieren leider gänzlich ungewollt die Lachmuskeln. Da man, offensichtlich um Trueness und Echtheit bemüht, seine Beiträge ziemlich roh und unbearbeitet stehen ließ, werden diese Schwächen auch noch zusätzlich gnadenlos betont.

Vielleicht hätte man in diesem Sinne auf den Kultfaktor verzichten und das Aufnahmebudget doch ein wenig über die veranschlagten 50 Euro anheben sollen. Zu bedenken ist jedoch, dass „The Legend of Gevaudan“ in erster Linie als Appetitanreger für Labels und Promoter gedacht ist, ehe man das Projekt mit einem finanzkräftigeren Partner im Rücken in der ursprünglich geplanten Ausführlichkeit und klanglichen Opulenz umzusetzen gedenkt. Und obwohl die knapp vierzig Minuten wirklich Spaß machen und niemals langweilig werden: Ein Scherz ist dies beileibe nicht.

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