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TAPE - #2

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Artist TAPE
Title #2
Homepage TAPE
Label TIEFDRUCK MUSIK
Leserbewertung
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8.1/10 (16 Bewertungen)

Seine Alben durchzunummerieren und auch das Cover im Grunde beizubehalten ist nicht wirklich originell, aber wenn sich dahinter gute Musik verbirgt, wollen wir darüber hinwegsehen. Seit dem Debüt „#1“ der Hamburger TAPE sind bereits drei Jahre vergangen – immerhin hat das Werk es seinerzeit in die Charts geschafft, die Single „Yeeha“ war Teil der C&A Kino- und TV-Werbung „Covergirl“ und TAPE waren mit so illustren Namen wie DISTURBED, STONE SOUR, den ÄRZTEn oder LIMP BIZKIT auf Tour. Dann kam allerdings eine inhaltliche Neuausrichtung bei der Plattenfirma, die besagte, dass fast das gesamte nationale Repertoire von East West Records auf Geheiß der amerikanischen Mutter abzustoßen sei. Davon waren auch TAPE betroffen, im gleichen Zuge verließ Fronterin Dacia Bridges ihre Kollegen, um auf Solopfaden zu wandeln und die verbliebenen Herrschaften mussten sich neu sortieren. Ersatz für Dacia war schnell in Person der aus der Karibik stammenden Sängerin Peti Van Der Velde gefunden, die in Köln zum Ensemble des Musicals „We Will Rock You“ gehörte. Gleich für mehrere Monate ging’s gemeinsam ins Studio und das Ergebnis sind ein Dutzend neuer TAPE-Songs.

Kraftvoll beginnt der Opener „24/7“. Sowohl die Gitarren-Sektion als auch Sängerin Peti geben ordentlich Gas und setzen dies auch im folgenden „Leave It All Behind“ fort, allerdings mit ruhigeren Passagen, die Petis Stimme stärker in den Fokus rücken. „Playhouse“ gibt sich etwas sperriger. Auch hier wechseln schnelle und langsame Parts, was jedoch in diesem speziellen Fall etwas weniger melodiös rüberkommt. Die kommende Single „Falling“ setzt auf altbewährten Nu Metal der schnelleren Gangart, überzuckert mit der R’n’B-Stimme der exotischen Sangeskünstlerin. „Nothing But Lies“ ist einer der Beiträge fürs Herz, während „Suffocate“ und „Smile“ ungewohnt gesellschaftskritisch daherkommen. Für „Mary“ scheint sich das Quintett Verstärkung bei einem Knabenchor an der Schwelle zum Stimmbruch geholt zu haben, zwischendurch darf der „Chor“ dann ein bisschen im Hintergrund agieren, bevor Peti wieder das Heft in der Hand hält. Auch „Knock Out“ scheint vollends auf den Gesang der dunkelhäutigen Shouterin ausgelegt zu sein. Wobei die Dame sich in diesem Fall auch gern des Sprechgesanges bedient – auch dies ein eher genre-untypischer Song. „Peek A Bon“ spielt ebenfalls mit den verschiedenen musikalischen Elementen: Erst scheint es, als wollten die einzelnen Instrumente gar nicht miteinander spielen, bis sich dann ein etwas abstraktes Ganzes entwickelt. „LSD“ begibt sich wieder in vertrautes Fahrwasser, bevor „T-Minus“ die Darbietung standesgemäß beendet.

„#2“ klingt erwachsener als der Vorgänger. TAPE vertrauen nicht nur den gängigen Trends, sondern lassen Platz für Ecken und Kanten. So ist ein eigenständiges Album entstanden, das auch nach mehrmaligem Hören Überraschungen birgt. Offensichtlich hat der weibliche Neuzugang den Herren neue Impulse beschert, auch wenn mir Dacias Stimme noch eine Idee besser gefallen hat.

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